Keyword-Dichte
Wie relevant ist die Keyword-Dichte in modernen SEO-Zeiten?

Keywords sind mittlerweile all denjenigen bekannt, die auch nur annäherungsweise im Internet unterwegs sind. Selbst Usern, die kein eigenes Webseiten-Projekt haben, wissen so ungefähr was die Aufgabe von Keywords sind: Sie kommen im Text der Webseite verstärkt vor, damit auch Google kapiert, worum es bei diesem Webseiten-Projekt geht. Die Keyword-Dichte ist das Ergebnis einer recht einfachen mathematischen Formel: Der Quotient aus den Keywords und der Gesamtzahl aller Wörter einer Webseite. Für alle Mathehasser sei gesagt: Der Quotient ist das mit dem “geteilt durch”. Das Ergebnis wird in Prozent angegeben.

Um alle Unklarheiten zu beseitigen hier mal ein Beispiel: Egon textet auf seiner Website fleißig herum. Der Webseitentext besteht aus 200 Wörtern. Auf Egons Webseite geht es um Hasenhaarkämme und er möchte auf dieses Keyword optimieren. Es kommt deshalb besonders häufig in Egons Text vor. Er hat es 15-mal in den Text eingearbeitet. Für die Keyword-Dichte wird 15 durch 200 geteilt. Das Ergebnis ist 0,075 und entspricht einer Keyword-Dichte von 7,5%.

Aber zurück zum Thema! Neben dem Begriff der Keyword-Dichte wird häufig auch von der Keyword-Häufigkeit oder einfach davon gesprochen, wie häufig ein Keyword auf einer bestimmten Webseite erscheint.

Diese nicht sonderlich komplexe Möglichkeit auf Suchergebnisse Einfluss zu nehmen, spielt seit Jahrzehnten eine dominante Rolle bei der Sichtbarkeit von Webseiten-Projekten in den Suchmaschinenergebnisseiten. Letzteres wird als SERPs bezeichnet. Aber das nur mal am Rande.

Die Welt dreht sich weiter und auch die Möglichkeiten des Rankingerfolgs von Webseiten haben sich weiterentwickelt. Es ist teilweise recht kompliziert geworden. Auch sind die Tools und Kanäle für moderne Online-Marketing-Kampagnen deutlich umfangreicher und vielseitiger. Das hat dazu geführt, dass die dominante Bedeutung von Keywords und deren Dichte auf Webseiten in den Algorithmen der bedeutenden Suchmaschinen zurückgegangen ist. Gerade nach dem Veröffentlichung von Googles Panda Update, haben sich die Algorithmen diesbezüglich stark verändert. Ok, so weit, so klar.

Dann lass uns mal ein wenig nerdiger werden. Weißt du was TF-IDF ist?

Dabei handelt es sich um eine erweiterte Methode zur Bestimmung von Keyword-Dichten. Die Abkürzung bedeutet “term frequency and inverse document frequency”. Diese Statistik wird beim Informations-Retrieval und beim Text-Mining eingesetzt. Kurzum handelt es sich dabei um die automatisierte Suche nach komplexen Inhalten, also z. B. auch wie wichtig ein bestimmter Begriff für ein Dokument ist. Die Ansätze dazu gibt es schon seit dem Beginn der Computer-Ära und stammen aus dem Bereich der Datenbankverarbeitung. Im Suchmaschinenkontext kann hierdurch ermittelt werden wie hoch die Relevanz einer Webseite für eine bestimmte Suchanfrage ist.

Was ist eigentlich die richtige Keyword-Dichte für SEO?

Einfache Frage, keine klare Antwort! Google äußert sich zu diesen Fragen traditionell nicht und generell gibt es keine klaren Regeln, Vorgaben oder Statistiken dazu. Klar ist nur, dass eine zu hohe wie auch zu niedrige Keyword-Dichte nicht optimal ist. Es gibt dazu aber Überlegungen, mit denen du dich an die richtige Antwort herantasten kannst. Darauf gehen wir jetzt im Detail ein.

Wie viele Keywords sind denn nun das Maß der Dinge?

Wir haben schon gesagt, dass es hierzu keine festen Regeln gibt. Es ist komplex. Je nach Themengebiet und Webseitenart (also Newsseite, Blog, Shop) kann eine andere Keyword-Dichte für den Erfolg ausreichen. In der Regel kommen Newsartikel mit weniger Keywords für ein erfolgreiches Ranking aus.

Dennoch gibt es eine Faustregel über die richtige Keyword-Dichte. Das kann für dein Webseiten-Projekt ein guter Richtwert sein, um erfolgreich auf das gewünschte Keyword zu ranken. Alle 200 Worte, sollte das Keyword idealerweise einmal gesetzt werden. Sicherlich kann auch das Keyword mal öfter erscheinen, aber “1 pro 200” gilt als Erfolgsrezept.

Was ist Keyword-Stuffing?

Keyword-Stuffing stammt aus einer Zeit, in der SEO noch in den Kinderschuhen steckte. Das ist schon ziemlich lang her. Damals war Keyword-Stuffing aber ziemlich populär. Die Methode ist recht simpel: Packe das Keyword so oft wie möglich auf die Webseite und nimm dabei am besten keine Rücksicht auf die Lesbarkeit des Textes. Das ist nämlich das Resultat, wenn du wie wild mit Keywords um dich wirfst. Alles ziemlich unnatürlich.

Die Keywords wurden teilweise nicht unbedingt in den Text integriert, sondern es entstanden mit hunderten Keyword-Varianten vollgestopfte Fußzeilen. Häufig waren diese Keywords auf Seiten verlinkt, die ebenfalls mit Keyword-Fußzeilen überfüllt waren.

Und was sollen wir sagen. Damals war diese Strategie durchaus erfolgreich. Es mag aus heutiger Sicht wenig verständlich erscheinen, aber vor 10 Jahren waren die Algorithmen von Google noch nicht so ausgereift, um diese Seiten richtig zu interpretieren. Es war ein recht billiger Trick, die SERPs zu manipulieren und mit fast jedem beliebigen Keyword erfolgreich gerankt zu werden.

Des Einen Freud des Anderen Leid, aber die Zeiten haben sich grundlegend geändert und die Algorithmen von Google sind mittlerweile ziemlich schlau geworden. Zwar weiß niemand, außer ein paar Google-Leute selbst, wie die Algorithmen genau aussehen und worauf Ihre Interpretation beruht, aber sie sind zuverlässig in der Lage Keyword-Stuffing zu identifizieren. Das Resultat ist eine Abstrafung von Seiten, die mit dieser Methode arbeiten. Es ist also nicht mehr nur nicht schick, sondern kontraproduktiv Keyword-Stuffing zu betreiben. Merke: Mehr Content, weniger Keyword-Bombing!

Widmen wir uns den Keyword-Varianten. Wie sieht’s damit eigentlich aus?

Das richtige Targeting, also die genaue Recherche und Zielgruppendefinition, für die eignen Keywords ist nach wie vor die Basis für erfolgreiches SEO. Eine weitere sehr erfolgreiche Möglichkeit besteht darin, mit Keyword-Varianten zu arbeiten.

Wie der Name es bereits erahnen lässt, sind Keyword-Varianten leichte Variationen eines bestimmten, im Targeting definierten, Keywords. Hier mal ein Beispiel: Das Keyword “Fahrrad gebraucht kaufen” kann als Variation auch “Gebrauchtes Fahrrad zu verkaufen” lauten. Eines ist klar: Der Nutzer möchte ein gebrauchtes Fahrrad kaufen. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle Nutzer dafür nach dem exakt gleiche Keyword suchen minimal. Dafür empfiehlt sich die Nutzung von unterschiedlichen Varianten des Keywords.

Du solltest damit allerdings nicht übertreiben! Der Grund ist nicht damit begründet, dass du einen generellen Nachteil durch die Verwendung von Keyword-Variationen erhältst, sondern dass auch die Variationen maßvoll eingesetzt werden müssen. Erinnerst du dich an das Erfolgsrezept weiter oben? Die Keyword-Dichte sollte bei “1 pro 200” liegen. Das gilt genauso für die Keyword-Variationen. Wer meint, die Formel auf jede einzelne Keyword-Variation anzuwenden liegt eindeutig falsch! Die Formel gilt universell und es ist egal, ob ihr das Keyword selbst oder eine x-beliebige Variante dessen einsetzt. Kommt bitte nicht auf mehr als “1 pro 200”, sonst lauft ihr Gefahr von Google abgestraft zu werden. Verzichtet aber auch nicht auf den Einsatz von Keyword-Varianten, weil sie euch bei eurem Rankingerfolg unterstützen und eure Reichweite erhöhen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Keyword-Clustering

Der Algorithmus von Google findet “Relevanz” megacool. Ist ja auch völlig klar. Google möchte, dass seine Nutzer nicht enttäuscht werden und dazu gehört es, die richtigen Treffer anzuzeigen. Für den Algorithmus ist es oft gar nicht so leicht, die richtigen Treffer als solche zu identifizieren. Ein gewisser Sinn oder eine klare Zuordnung entsteht eben erst aus dem Kontext. Die Nerd-SEO-Community geht derzeit davon aus, dass Google deshalb kontextbezogene Hinweise mit Hilfe semantisch verwandter Keywords ermittelt. Klingt kompliziert – ist es auch. Diese Hinweise sollen Google am Ende helfen, den Inhalt der Webseite zu verstehen und einzuordnen. Diese Vorgehensweise ist die Grundlage für das Keyword-Clustering.

Googles Crawler besuchen deine Seite und analysieren sie. Die Crawler heißen auch Bots oder Spider. Egal, wie du sie nennen magst, alle machen das gleiche. Es sind kleine Programme, die alle Webseiten besuchen und anschließend indizieren. Das tun sie auch in regelmäßigen Abständen immer wieder, um auf dem Laufenden zu sein, welche Party auf deinem Webseiten-Projekt abgeht.

Diese kleinen Besucher schauen nach den Keywords. Aber nicht nur das. Sie schauen sich auch den Kontext drumherum an. Und sie haben eine gewisse Erwartungshaltung. Wenn sie Keyword 1 finden, erwarten sie auch Keyword 2. Das bestätigt sie darin, den Kontext dieser Webseite richtig einzuschätzen. Der Einsatz von Keyword-Clustern ist somit ein starkes Tool, um deine Webseite voran zu bringen und deren Sichtbarkeit zu erhöhen.

Das Brücken-Beispiele für Keyword-Clustering

Wenn du Google z. B. nach den längsten Brücken in Deutschland fragst, erhältst du nicht einfach nur Webseiten-Vorschläge zum Thema Brücken. Du erhältst bereits ersten Content, also konkrete Brücken mit ihren Längen. Du musst die Webseite damit nicht mehr unbedingt direkt aufrufen. Je nach Content und Suchabfrage, können dir auch Bilder von den gesuchten Begriffen mit entsprechenden Informationen angezeigt werden. Hier wirst du feststellen, dass die Quelle für diese Informationen sehr häufig von Wikipedia stammt. Sie haben ein extrem starkes Linkprofil und natürlich sehr viel geballtes Wissen.

Ok, werden wir noch konkreter. Du bist High-Level-Mega-Brain-Content-Marketing-Manager für ein Konstruktions- oder Architekturbüro und du möchtest, dass dein Blogbeitrag oder Artikel über die längste Brücke in Deutschland hoch gerankt wird. Google weiß in diesen Fall, dass die längste Brücke in Deutschland die Saale-Elster-Talbrücke ist. Google erwartet in diesem Text, dass dieses Keyword vorkommt. Das Ergebnis wird meist in Listenform bereitgestellt, so dass du auch noch andere Brücken als Keyword benutzen solltest. Wir hatten übrigens keine Ahnung, welches die Längste Brücke in Deutschland ist.

Es zeigt auf jeden Fall, dass die Benutzung eng relevanter Keywords ein sicheres und sehr erfolgreiches Mittel ist, um die Relevanz deines Contents zu erhöhen und damit deinen Webseiten-Erfolg zu pushen.

Testen, Testen, Testen

Hört sich alles super an, oder? Ist es ja auch. Aber du musst Fingerspitzengefühl dafür entwickeln, was in deiner Nische bei deinen Keywords gut funktioniert und was nicht. Mache idealerweise, und zwar sehr häufig A/B-Tests mit deinen Webseiten-Texten. Stelle damit sicher, dass die Sichtbarkeit deiner Seite nicht versehentlich abnimmt. Auch wenn die Impressionsrate deiner Seite sinkt, checke bitte, ob z. B. eine Verringerung der Keyword-Dichte Abhilfe schafft.
Fassen wir mal kurz zusammen

Keywords sind nach wie vor mächtig und aus keiner SEO-Strategie wegzudenken. Wenn du erstmal die richtigen Keywords identifiziert hast, ist deren Anwendung und Integration in den Content kein großes Problem mehr. Jedoch funktioniert ein quantitatives Keyword-Bombing nicht mehr. Ganz im Gegenteil, du läufst Gefahr abgewertet zu werden. Es gilt also, die Keywords mit natürlicher Lesbarkeit und nicht zu häufig in den Text zu integrieren und mit anderen eng verwandten Keywords zu ergänzen. Wenn du das beherzigst, kommst du groß raus!

Falls du unsere Gedanken über Keywords spannend findest, aber so richtig doch nicht alles verstanden hast, dann sprich uns gerne an. Lass uns gemeinsam schauen, wie wir dich und dein Webseiten-Projekt anschubsen werden.