QUELLE: Search Engine Journal
Veröffentlicht: 2026-04-23
Autor: Berndt Schwanenmeisterja | Seoholics
Lesezeit: 2 min
Was ist passiert?
Eine neue Studie zeigt, dass hochqualitativer, origineller Content keine Garantie für Top-Rankings ist. Der Zusammenhang zwischen Originalität und Rankings ist schwach und hängt stark vom jeweiligen Suchanliegen ab.
Die Fakten
- Korrelation, nicht Kausalität: Die Analyse von über 100 URLs in den Bereichen B2B SaaS und Professional Services ergab eine schwache Korrelation zwischen Originalität und Rankings. Eine höhere Originalitätsbewertung (gemessen anhand von fünf Kriterien) führte nicht zuverlässig zu besseren Ergebnissen.
- Originalitätsscore: Die untersuchten URLs wurden in drei Gruppen eingeteilt: Gruppe A (Original, 12-15 Punkte), Gruppe B (Repurposed, 0-6 Punkte) und Borderline (7-11 Punkte, ausgeschlossen).
- Query-Typ-Abhängigkeit: Originaler Content performte besser bei interpretativen Suchanfragen (z.B. „Vorteile von Marketing Automation“), während bei faktischen Anfragen (z.B. „Was ist Marketing Automation“) Originalität weniger entscheidend war.
- API-Beispiel: Ein Fallbeispiel zeigt, dass ein kleineres Unternehmen in einem von großen Playern dominierten Markt (APIs) nicht durch reine Content-Qualität gewinnen konnte, sondern andere Strategien benötigte.
- Bewertungsschema: Die Originalität wurde anhand von fünf Kriterien bewertet: Primary contribution (primärer Beitrag), Structural novelty (strukturelle Neuheit), Interpretive depth (interpretative Tiefe), Source dependence (Quellenabhängigkeit), Contextual insight (kontextuelles Verständnis).
Was bedeutet das für Dich?
- Fokus auf Relevanz: Priorisiere die Relevanz deines Contents für die Suchintention, anstatt dich ausschließlich auf Originalität zu konzentrieren. Untersuche genau, welche Art von Anfragen du bedienen möchtest.
- Analyse der Suchintention: Unterscheide zwischen faktischen und interpretativen Suchanfragen. Bei faktischen Anfragen ist Genauigkeit wichtiger als Originalität. Bei interpretativen Anfragen ist Originalität ein klarer Vorteil.
- Minimal Viable Content: Identifiziere das „Minimal Viable Content“ – den minimalen Aufwand, um die Suchintention zu befriedigen und ein akzeptables Ranking zu erzielen. Überinvestiere nicht in Qualität, wenn es nicht notwendig ist.
- Konkurrenzanalyse: Analysiere die Inhalte der Top-Rankings für deine Keywords. Identifiziere, welche Aspekte (Originalität, Tiefe, Aktualität) dort erfolgreich sind.
- Datenbasierte Entscheidungen: Tracke die Performance deiner Inhalte und optimiere basierend auf den Ergebnissen, anstatt dich auf Annahmen zu verlassen.
Experten-Meinung
Die Studie unterstreicht, dass der Fokus auf „Qualität“ allein irreführend sein kann. Die Definition von Qualität ist subjektiv und es gibt keine Garantie, dass hochwertiger Content automatisch belohnt wird. Es geht nicht darum, Qualität zu vernachlässigen, sondern darum, sie im Kontext der Suchintention und der Konkurrenzsituation zu betrachten.
Daten und Zahlen
Die Studie analysierte über 100 URLs in den Bereichen B2B SaaS und Professional Services. Die Korrelation zwischen Originalität (gemessen am Originalitätsscore) und Rankings lag unter 0.5, was als schwache Korrelation gilt. Bei interpretativen Suchanfragen war die Performance von originalem Content um 15% höher als bei faktischen Suchanfragen.
Ausblick
Die Bedeutung von E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) wird weiterhin wichtig sein, aber SEOs sollten sich von der Idee lösen, dass hochwertiger Content automatisch zu Top-Rankings führt. Die KI-gesteuerten Suchalgorithmen werden sich weiterentwickeln, und es ist wahrscheinlich, dass die Bedeutung von Originalität und Kontextverständnis in Zukunft noch zunehmen wird.
Quellen
- Belohnt KI wirklich gute Inhalte? – Search Engine Journal