Veröffentlicht: 2026-09-24
Autor: Marcel Christen | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA möchte den Wettbewerb im Suchmaschinenmarkt stärken. Sie plant neue Regeln für Google auf Android-Geräten und im Chrome-Browser. Nutzer sollen es in Zukunft einfacher haben, alternative Suchmaschinen oder KI-Plattformen als Standard zu wählen.
Die Fakten
Die CMA hat konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um die Marktmacht von Google einzuschränken. Im Zentrum steht die sogenannte Choice-Screen-Funktion. Das ist ein Auswahlbildschirm, der dem Nutzer verschiedene Anbieter zur Auswahl stellt.
- Nutzer müssen bei der ersten Einrichtung von Android oder Chrome eine Wahl zwischen verschiedenen Suchdiensten treffen.
- Ein entsprechender Auswahlbildschirm soll danach jedes Jahr erneut erscheinen.
- KI-Assistenten sollen in diese Auswahl aufgenommen werden, sofern sie technische und Sicherheitskriterien erfüllen.
- Suchanbieter auf diesen Bildschirmen müssen Urheberinhalte fair zuordnen.
- Nutzer müssen so die Quelle der Suchergebnisse leicht identifizieren und erreichen können.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Nachricht betrifft primär Betreiber von Websites, die einen hohen Anteil an Traffic über Android-Geräte oder Chrome erhalten. Sie betrifft insbesondere Seiten, die von KI-gestützten Suchdiensten oder alternativen Suchmaschinen indexiert werden. Wer ausschließlich auf Google setzt, sollte die Dynamik des Marktes beobachten.
Für Redaktionen und Content-Ersteller
- Überprüfen Sie die Sichtbarkeit Ihrer Inhalte in alternativen Suchmaschinen und KI-Antworten. Sie erkennen den Erfolg an einer steigung der Klicks aus Quellen, die nicht Google sind. Der Aufwand ist gering, da dies über Analyse-Tools geschieht.
- Optimieren Sie die Struktur Ihrer Daten durch Schema-Markup. Das ist ein standardisierter Code, der Suchmaschinen hilft, Inhalte besser zu verstehen. Eine korrekte Zuordnung Ihrer Marke in KI-Antworten belegt die Wirkung. Der Aufwand ist mittel, da technische Anpassungen nötig sind.
- Prüfen Sie die Qualität Ihrer Quellenangaben innerhalb der Texte. Eine klare Struktur erleichtert es Drittanbietern, Ihre Inhalte fair zu attribuieren. Die Wirkung zeigt sich durch eine präzisere Nennung Ihres Verlags in Suchergebnissen. Der Aufwand ist gering.
Für Onlineshops
- Analysieren Sie die Herkunft Ihrer mobilen Besucher in den Statistiken. Eine Verschiebung der Anteile weg von Google zeigt die Wirkung der neuen Wahlmöglichkeiten. Der Aufwand ist sehr gering.
- Testen Sie die Darstellung Ihrer Produktseiten in KI-gestützten Shopping-Assistenten. Ein korrektes Erscheinen der Preise und Verfügbarkeiten signalisiert Erfolg. Der Aufwand ist mittel, da man verschiedene Tools testen muss.
- Stellen Sie sicher, dass Ihre technischen Schnittstellen für externe Indexierer offen sind. Sie erkennen die Wirkung an einer höheren Indexierungsrate durch alternative Dienste. Der Aufwand ist mittel.
Wenn Sie nichts unternehmen, riskieren Sie einen Sichtbarkeitsverlust. Nutzer könnten zu Diensten wechseln, die Ihre Inhalte nicht optimal auslesen oder falsch zuordnen.
Experten-Meinung
Die Entscheidung der CMA ist ein strategischer Schritt gegen das Monopol von Google. Sarah Cardell, die Leiterin der CMA, betont, dass sich das Suchverhalten durch KI-Assistenten grundlegend ändert. Diese Dienste bieten neue Chancen für Innovation, fehlen aber bisher auf den Auswahlbildschirmen von Google. Die Maßnahme soll die Optionen für Nutzer zukunftssicher machen. Aus technischer Sicht bedeutet dies, dass die Abhängigkeit von einem einzigen Algorithmus sinkt. Für Webseitenbetreiber steigt dadurch die Notwendigkeit einer diversifizierten SEO-Strategie. Man muss Inhalte für verschiedene Logiken optimieren, nicht mehr nur für eine einzige Plattform.
Daten und Zahlen
Die CMA hat einen festen Zeitplan für dieses Vorhaben definiert. Eine endgültige Entscheidung über den Vorschlag wird die Behörde bis zum 9. Oktober treffen. Die betroffene Nutzergruppe umfasst Millionen von Android- und Chrome-Kunden in Großbritannien. Es gibt keine spezifischen Prozentwerte zur erwarteten Traffic-Verschiebung. Die qualitative Auswirkung liegt jedoch in der Einführung eines jährlichen Auswahlprozesses für die Nutzer. Dies verhindert, dass eine einmal getroffene Entscheidung über den Standard-Suchdienst dauerhaft bestehen bleibt.
Ausblick
Nach der Entscheidung am 9. Oktober wird Google die technischen Anpassungen an Android und Chrome vornehmen müssen. Es ist zu erwarten, dass mehr KI-Plattformen als echte Konkurrenten zu Google Search sichtbar werden. Dies könnte einen Trend auslösen, der über Großbritannien hinausgeht. Andere Regionen könnten ähnliche regulatorische Schritte prüfen. Webbetreiber sollten daher bereits jetzt prüfen, wie ihre Seiten von KI-Bots interpretiert werden.