Veröffentlicht: 2026-09-29
Autor: Jule | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Google testet für die Desktop-Ansicht eine neue Platzierung der Quellenangaben in den AI Overviews. Statt der gewohnten Karten in einer rechten Seitenleiste werden die Verweise nun am Ende der Antwort untereinander gestapelt. Nutzer können über eine Schaltfläche eine vollständige Liste aller zitierten Quellen ausklappen.
- Analyse der Klick-Attraktivität
- Optimierung der Zitations-Präsenz
- Integration in die GEO-Strategie
Die Fakten
Die aktuelle Testphase zeigt eine deutliche Änderung in der visuellen Hierarchie der generativen Suche auf dem Desktop. Hier sind die zentralen Punkte des Updates:
- Die bisherige Zitationsleiste auf der rechten Seite der Suchergebnisse entfällt in diesem Test vollständig.
- Quellenkarten werden stattdessen am unteren Ende der KI-Antwort platziert und dort vertikal gestapelt.
- Ein „Show all“-Button ermöglicht es dem Nutzer, die gesamte Liste der referenzierten Webseiten einzublenden.
- Innerhalb des Antworttextes bleiben die gewohnten Inline-Links erhalten, die beim Darüberfahren mit der Maus Informationen liefern.
- Google experimentiert bereits zum dritten Mal mit dieser Anordnung; frühere Tests fanden im September 2025 und im März 2026 statt.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Änderung betrifft primär Entscheider von informationsgetriebenen Websites und Publishern, die auf organischen Traffic aus generativen Antworten angewiesen sind. Wer keine Inhalte bereitstellt, die als primäre Informationsquelle für KI-Antworten dienen, ist von diesem Layout-Wechsel nicht betroffen.
- Analyse der Klick-Attraktivität: Prüfen Sie, ob Ihre Marke in den AI Overviews primär über Inline-Links oder über die Quellenkarten erscheint. Ein Erfolg zeigt sich hier durch eine stabile Klickrate, obwohl die visuelle Präsenz der Karten von rechts nach unten wandert. Der Aufwand ist gering, da dies über Monitoring-Tools erfolgt.
- Optimierung der Zitations-Präsenz: Passen Sie Ihre Content-Strategie so an, dass sie für die neue, gestapelte Ansicht am Ende der Antwort attraktiv ist. Wirkt die Quelle in der Liste unten überzeugender als in der Seitenleiste, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Klicks. Dies ist ein mittlere Aufwand, da es eine Anpassung der Titel und Metadaten erfordert.
- Integration in die GEO-Strategie: Prüfen Sie, ob Ihre Inhalte die Anforderungen für generative Antworten erfüllen, um überhaupt in der Liste am Ende zu erscheinen. Ein Erfolg ist messbar, wenn Ihre Domain konsistent in den „Show more“-Listen auftaucht. Hierfür ist ein hoher Aufwand nötig, wie er im GEO Blackbook beschrieben wird.
Für Informationsportale und Blogs
Hier liegt der Fokus auf der Sichtbarkeit in der Liste. Da die Karten unten „verlockender“ wirken können, ist eine präzise Strukturierung der Daten essenziell, damit Google die Quelle korrekt zuordnet.
Für kommerzielle Anbieter
Die Priorität liegt auf den Inline-Links innerhalb des Textes. Wenn die Karten rechts verschwinden, wird der direkte Link im Fließtext zum wichtigsten Kanal für den Nutzerfluss.
Wer diese strukturellen Änderungen ignoriert, riskiert einen schleichenden Verlust an Sichtbarkeit, da die Nutzerführung in der generativen Suche instabil bleibt und Klicks zunehmend von der visuellen Platzierung abhängen.
Experten-Meinung
Die Verschiebung der Quellen von der Seite nach unten ist ein strategischer Schritt in der Nutzerführung. Glenn Gabe merkt an, dass die Links am Ende der Antwort „viel verlockender“ wirken könnten. Das bedeutet für Marketingverantwortliche, dass die rein funktionale Zitation einer emotionaleren, klickstarken Präsentation weicht. Es ist ein Versuch von Google, die Balance zwischen der schnellen Antwort der KI und dem Traffic-Fluss zu den Publishern zu finden. Die Tatsache, dass Google dies bereits zum dritten Mal testet, zeigt, dass die optimale Platzierung für die Nutzerbindung noch nicht gefunden wurde.
Daten und Zahlen
Die zeitliche Abfolge der Tests belegt die Iterationsgeschwindigkeit von Google. Nach einem ersten Versuch im September 2025 folgte ein weiterer Test im März 2026. Die aktuelle Sichtung der neuen Variante erfolgte am 28. September 2026. Diese Daten zeigen, dass Google über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr kontinuierlich an der Anordnung der Quellen arbeitet, um die Interaktionsrate der Nutzer mit den externen Links zu optimieren.
Ausblick
In dieser Woche sollten Sie beobachten, ob die Änderung in Ihren Kernmärkten ausgerollt wird. In diesem Quartal steht die Evaluierung der Klickpfade von den AI Overviews im Vordergrund. Bis Ende dieses Jahres ist zu erwarten, dass Google sich für eine finale Variante entscheidet oder sogar eine Hybrid-Lösung implementiert, welche die Quellen sowohl rechts als auch unten anzeigt, um die Sichtbarkeit zu maximieren.