Veröffentlicht: 2026-10-01
Autor: Marcel Christen | Seoholics
Lesezeit: 4 min
Was ist passiert?
Eine aktuelle Studie zeigt eine massive Zunahme von KI-generierten Inhalten im Marketing. 93% der befragten Marketer setzen Künstliche Intelligenz (KI) – also Software zur Simulation menschlicher Intelligenz – zur Inhaltserstellung ein. Besonders auffällig ist, dass 69% der Befragten im Vergleich zum Vorjahr einen größeren Anteil an KI-Inhalten publizieren.
Marketer, die KI zur Inhaltserstellung nutzen
Dies stellt eine Steigerung gegenüber den 87% des Vorjahres dar.
Die Fakten
- Hohe Adaption: 93% der Marketer nutzen KI für ihre Inhalte, was eine Steigerung gegenüber den 87% des Vorjahres darstellt.
- Tool-Präferenzen: Claude ist mit 83,2% das am häufigsten genutzte Modell, gefolgt von ChatGPT mit 75,7% und Gemini mit 57,9%.
- Produktivitätsgewinn: 85% der KI-Nutzer geben an, Inhalte schneller zu produzieren, wobei 47,9% eine deutlich höhere Geschwindigkeit bemerken.
- Spezialisierte Aufgaben: Der Einsatz für Datenanalysen stieg von 28% auf 60%, für das Keyword-Clustering – das Gruppieren ähnlicher Suchbegriffe – von 23% auf 45%.
- Qualitätskontrolle: Nur 2,7% der Marketer vertrauen KI-Inhalten ohne menschliche Prüfung, während 66% eine Revision durch Menschen fordern.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Entwicklung betrifft alle Personen, die Texte für Webseiten oder Shops erstellen und veröffentlichen. Sie betrifft ausdrücklich nicht diejenigen, die ausschließlich rein technische Systemwartung betreiben und keine Inhalte pflegen.
Um die Effizienz der KI zu nutzen, ohne die Qualität zu verlieren, sollten Sie diese Schritte befolgen:
- KI für die Struktur und Analyse nutzen: Setzen Sie KI-Tools primär für das Keyword-Clustering und die Datenanalyse ein. Sie erkennen den Erfolg daran, dass Ihre Themenplanung präziser wird und weniger Zeit für manuelle Tabellenarbeit benötigt wird. Der Aufwand ist gering, da bestehende Tools diese Funktionen bereits integriert haben.
- Einen menschlichen Review-Prozess etablieren: Prüfen Sie jeden KI-Text manuell auf Fakten und Tonalität. Ein Erfolg ist es, wenn keine inhaltlichen Fehler im Live-System landen. Dieser Schritt ist zeitintensiv, da er die reine Schreibzeit teilweise wieder aufwiegt.
- KI zur Qualitätsprüfung einsetzen: Nutzen Sie eine zweite KI-Instanz, um den ersten Entwurf auf Logik und Stil zu prüfen. Dies wirkt, wenn Sie Inkonsistenzen im Text finden, bevor ein Mensch den Text liest. Der Aufwand ist minimal, da es nur einen weiteren Prompt – also einen Befehl an die KI – erfordert.
- Skill-Files für reproduzierbare Prozesse erstellen: Definieren Sie feste Anweisungen und Stilvorgaben in Dokumenten, die die KI vor der Generierung liest. Sie merken die Wirkung an einer gleichbleibenden Sprache über verschiedene Artikel hinweg. Der Aufwand ist zu Beginn hoch, spart aber langfristig Zeit bei jedem neuen Text.
Für kleine Websites
Konzentrieren Sie sich auf die Zeitersparnis bei der Erstellung von Basis-Texten. Nutzen Sie die gewonnene Zeit für eine tiefere manuelle Prüfung, da kleine Seiten oft von ihrer persönlichen Note leben.
Für Onlineshops
Nutzen Sie die KI massiv für Produktbeschreibungen und Datenanalysen. Hier ist die Skalierbarkeit wichtiger als ein individueller Schreibstil, solange die Fakten korrekt bleiben.
Wenn Sie nichts unternehmen, riskieren Sie entweder einen massiven Zeitverlust gegenüber der Konkurrenz oder die Publikation qualitativ minderwertiger Inhalte, die das Vertrauen Ihrer Nutzer schädigen.
Experten-Meinung
Die Daten zeigen eine interessante Diskrepanz in der Wahrnehmung. Während 56% der KI-Nutzer finden, dass menschliche Texte qualitativ besser sind, sehen das nur 17% der Marketer auf Junior- oder Mid-Level. Das deutet darauf hin, dass erfahrene Experten die Nuancen und die Tiefe menschlicher Arbeit stärker schätzen. Die steigende Nutzung von Claude gegenüber ChatGPT könnte mit der Einführung von SKILL.md-Dateien zusammenhängen. Diese erlauben es, komplexe Workflows präzise zu hinterlegen. Dies professionalisiert die Nutzung von KI weg vom einfachen Chatten hin zum Content-Engineering.
Daten und Zahlen
Die Verbreitung von KI ist fast flächendeckend, da 93% der Befragten die Technik nutzen. Das Vertrauen in die reine KI-Ausgabe bleibt jedoch extrem niedrig bei nur 2,7%. Interessant ist die Entwicklung bei der Qualitätsprüfung: 28,6% der Marketer lassen im Jahr 2026 KI-Inhalte durch eine KI prüfen, was eine Verdoppelung gegenüber den 14% aus dem Jahr 2025 bedeutet. Die Nutzerzahlen von ChatGPT unterstreichen den Trend mit einem Anstieg von 800 Millionen wöchentlichen Nutzern im Oktober 2025 auf über 1 Milliarde bis Ende Juli 2026.
Am häufigsten genutzte Modelle zur Inhaltserstellung
Ausblick
Der Trend geht weg von der einfachen Texterstellung hin zu spezialisierten KI-Workflows. Die Nutzung für Datenanalyse und Keyword-Cluster wird weiter steigen. Wir werden sehen, ob die Differenz in der Qualitätswahrnehmung zwischen Geschäftsführern und Marketern schrumpft. Wahrscheinlich werden integrierte KI-Systeme in Alltags-Tools wie Google Docs die Hürde für den Einstieg weiter senken. Die Herausforderung bleibt die Balance zwischen Geschwindigkeit und menschlicher Qualitätssicherung.