Veröffentlicht: 2026-10-02
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 4 min
Die aktuelle Beobachtung in den Suchergebnissen zeigt eine Ausweitung der Google AI Overviews auf Markenabfragen und strukturierte Daten wie Team-Kader. Parallel dazu rollt Google das Spam-Update vom September 2026 weiter aus, während Microsoft und OpenAI ihre Werbeinstrumente erweitern.
Was ist passiert?
Google integriert AI Overviews verstärkt in Abfragen zu großen Markennamen und Team-Kader-Listen, wodurch organische Inhalte verdrängt werden. Gleichzeitig gibt es technische Fehler bei Local Service Ads bezüglich der Standortausspielung. Parallel dazu erweitern Microsoft Advertising und OpenAI ChatGPT Ads ihre Funktionsumfänge für Werbetreibende.
- Überprüfung der Brand-SERPs
- Diversifizierung der Content-Typen
- Monitoring des Spam-Updates
- Audit der Local Service Ads
- Asset-Gruppen Validierung
- Testung von A/B-Experimenten
Die Fakten
- AI Overviews Ausweitung: Google zeigt KI-Zusammenfassungen für fast jeden großen Markennamen an, mit Ausnahme des eigenen Namens und von Nachrichtenpublikationen. Dies betrifft nun auch spezifische Abfragen zu Team-Kader-Listen.
- Local Service Ads Bug: Es gibt Berichte über Anzeigen, die in Standorten ausgespielt werden, die von den Werbetreibenden nicht targetiert wurden.
- OpenAI ChatGPT Ads: Neue Funktionen beinhalten die Bulk-Erstellung für Produkt-Feed-Kampagnen, einen Status für Produktbewertungen und die Live-Schaltung in Taiwan sowie Südostasien.
- Microsoft Advertising: Optimierungsexperimente für Search, Shopping, Audience und Performance Max Kampagnen sind nun allgemein verfügbar.
- Google Ads Fehler: Das Fehlen mindestens einer Asset-Gruppe kann zu einem „invalid final URL“-Fehler führen, selbst wenn die Ziel-URL technisch korrekt funktioniert.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Entwicklungen betreffen primär SEOs, die für große Marken arbeiten, sowie Performance-Marketer im Bereich Local Services und E-Commerce. Webseiten, die auf der Bereitstellung von Listen oder reinen Fakten-Daten (wie eben Team-Kader) basieren, sind ausdrücklich betroffen, da die KI diese Inhalte direkt in den SERPs substituiert.
Für Marken-SEOs und Content-Strategen
- Überprüfung der Brand-SERPs: Analysieren Sie, ob für Ihre Kernmarken AI Overviews erscheinen und welche Quellen die KI zitiert. Ein Erfolg ist sichtbar, wenn Ihre Seite als Quelle in der AI Overview verlinkt wird. Der Aufwand ist gering.
- Diversifizierung der Content-Typen: Wandeln Sie reine Listen-Inhalte in analytische Formate um, die über die reine Datenwiedergabe hinausgehen. Die Wirkung zeigt sich in einer stabilen Klickrate trotz AI Overview. Der Aufwand ist hoch.
- Monitoring des Spam-Updates: Prüfen Sie die Sichtbarkeit von Seiten, die mit KI-Templates skaliert wurden, da das September-Update 2026 diese Muster angreift. Ein Erfolg ist die Stabilisierung der Rankings nach einem Einbruch. Der Aufwand ist mittel.
Für SEA- und Local-Experten
- Audit der Local Service Ads: Kontrollieren Sie die tatsächlichen Ausspielungsorte Ihrer Anzeigen auf Diskrepanzen zum Targeting. Die Wirkung ist eine Reduktion von irrelevanten Leads. Der Aufwand ist mittel.
- Asset-Gruppen Validierung: Stellen Sie sicher, dass jede Kampagne mindestens eine konfigurierte Asset-Gruppe besitzt, um URL-Fehler zu vermeiden. Die Wirkung ist eine erfolgreiche Kampagnenfreigabe ohne Fehlermeldung. Der Aufwand ist gering.
- Testung von A/B-Experimenten: Nutzen Sie die nun verfügbaren Optimierungsexperimente bei Microsoft Advertising für Performance Max Kampagnen. Die Wirkung ist eine statistisch belegbare Steigerung der Conversion-Rate. Der Aufwand ist mittel.
Wer diese Anpassungen ignoriert, riskiert einen Sichtbarkeitsverlust bei Brand-Queries und ineffiziente Budgetausgaben durch fehlerhaftes Local-Targeting.
Experten-Meinung
Die aktuelle Entwicklung folgt einem bekannten Muster: Google substituiert einfache Informationsabfragen durch KI-generierte Antworten. Dass nun auch Team-Kader betroffen sind, zeigt, dass die KI-Grenzen weiter verschoben werden. Lily Ray merkt an, dass Seiten, die aktuell aufgrund von minderwertigen KI-Inhalten abgestraft werden, oft dieselben Templates nutzen, die bereits vor 2023 mit Freelancern skaliert wurden. Das bedeutet, das Problem ist nicht das Tool, sondern die mangelnde Qualität der Struktur. Die „Half-Life“ einer KI-Zitation liegt laut Daten bei 11 Tagen, was die Volatilität dieser neuen Sichtbarkeitsquelle unterstreicht.
Daten und Zahlen
Die Datenlage zeigt eine starke Dynamik bei KI-gestützten Antworten. Während 69% der Marketer angeben, mehr KI-Content als im Vorjahr zu veröffentlichen, zeigt die Analyse von 9 Millionen KI-Antworten eine Verschiebung der Sichtbarkeit hin zu großen Einzelhändlern. Im Bereich der Publisher ist die Vergütung gering: Das Google AI Contribution Pilot Programm zahlt 0,1% der Werbeeinnahmen aus. Ein spezifischer Fall zeigt, dass etwa 6 Millionen URLs von Facebook Answers indexiert wurden, diese jedoch nach dem Spam-Update nicht mehr ranken.
Ausblick
Kurzfristig ist mit einer weiteren Ausweitung der AI Overviews auf weitere strukturierte Datentypen zu rechnen. Das September 2026 Spam-Update wird weiterhin die Sichtbarkeit von skaliertem Low-Quality-Content reduzieren. Für Werbetreibende wird die Integration von Produkt-Feeds in LLMs wie ChatGPT durch die neuen Bulk-Funktionen an Bedeutung gewinnen. Die Beobachtung sollte nun darauf liegen, ob die AI Overviews bei Markenabfragen die Klickraten auf die offiziellen Seiten dauerhaft senken oder als neuer Traffic-Kanal fungieren.