Veröffentlicht: 2026-10-08
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Google weitet die Ausspielung von AI Overviews auf markenspezifische Suchanfragen aus. Während KI-Antworten zuvor primär bei informativen Longtail-Keywords auftraten, erscheinen sie nun bei einem Großteil der Branded-Queries großer Marken.
Was ist passiert?
Google integriert AI Overviews verstärkt in die Suchergebnisse für Brand-Keywords. Aktuelle Daten belegen einen Anstieg der Sichtbarkeit dieser KI-generierten Zusammenfassungen bei Suchen nach spezifischen Unternehmen. Dies verändert die traditionell stabile Sichtbarkeit im Bereich der Markensuchen, da die KI Informationen über die Marke synthetisiert und präsentiert.
AI-Overview-Quote für Brand-Queries (DemandSphere)
Anstieg gegenüber dem Wert von 26,12 % vom 1. September bis zum 29. September.
Die Fakten
- DemandSphere registrierte am 1. September eine AI-Overview-Quote von 26,12 % für getrackte Brand-Queries, die bis zum 29. September auf 82,06 % stieg.
- Ahrefs ermittelte für US-Desktop-Ergebnisse im August 65,1 % und am 29. September 82,91 % AI Overviews bei Branded-Keywords.
- Ein Test von Chris Long über 100 Enterprise-Brands ergab AI Overviews für 93 der untersuchten Marken.
- Die Ausspielungsrate verlief nicht linear: DemandSphere verzeichnete am 18. September einen Wert von 57,43 %, der am Folgetag auf 31,15 % sank.
- Die Daten von DemandSphere messen lediglich das Erscheinen der AI Overview, nicht jedoch, ob die jeweilige Marke innerhalb der Antwort zitiert wird.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Entwicklung betrifft alle Unternehmen mit einer messbaren Markenpräsenz und SEO-Verantwortliche, die die Sichtbarkeit ihrer Brand-Keywords monitoren. Wer nur für generische Begriffe optimiert, ist weniger betroffen als Marken, die eine direkte Steuerung ihrer Corporate Identity in den SERPs anstreben.
Für mittlere und große Marken
- CTR-Analyse in der Google Search Console: Filtern Sie den Performance-Report auf Brand-Keywords und vergleichen Sie die Klickrate (CTR) einer Woche vor dem Auftreten der AI Overview mit einer Woche danach. Ein Sinken der CTR bei stabilen Rankings indiziert den Einfluss der KI; der Aufwand ist gering.
- Manuelle Content-Überprüfung: Suchen Sie in einem inkognito-Modus nach Ihrem Markennamen, um die KI-Antwort aus Nutzersicht zu prüfen. Prüfen Sie, welche Seiten zitiert werden und ob die Informationen aktuell sind; dies ist ein moderater, manueller Aufwand.
- Zitations-Monitoring: Nutzen Sie Position-Tracking-Tools, um zu identifizieren, welche Brand-Keywords eine AI Overview auslösen und ob Ihre eigene Seite als Quelle zitiert wird. Die Wirkung zeigt sich in einer Liste der zitierten URLs; der Aufwand ist gering, sofern entsprechende Tools genutzt werden.
- Wettbewerbsanalyse in KI-Antworten: Prüfen Sie, ob Google in der AI Overview konkurrierende Marken neben Ihrem eigenen Namen nennt. Ein Erfolg ist die Exklusivität Ihrer Marke in der Antwort; der Aufwand ist moderat.
Für kleinere Websites
Hier liegt der Fokus primär auf dem Brand Building, um überhaupt eine ausreichende Datenbasis für Google zu schaffen. Prüfen Sie sporadisch, ob Ihre Marke bereits in KI-Antworten auftaucht, da die Priorisierung hier meist bei Enterprise-Brands liegt.
Wenn keine Maßnahmen zur Überwachung ergriffen werden, riskieren Unternehmen einen unbemerkten Verlust an Klicks, obwohl die klassischen Rankings auf Position 1 verbleiben.
Experten-Meinung
Die Integration von KI in Brand-Suchen ist ein bekanntes Muster: Google versucht, die Informationsbeschaffung zu verkürzen, indem es die Klickreise zum Zielseite-Besuch potenziell überspringt. Branded Queries waren bisher der stabilste Teil der Customer Journey. Dass nun eine Synthese von Drittquellen erfolgt, bedeutet, dass die Kontrolle über die eigene Markenpräsentation in den SERPs sinkt. Wer seine Sichtbarkeit sichern will, muss über das klassische Ranking hinausdenken und das GEO Blackbook für generative Engine Optimierung im Blick behalten.
Daten und Zahlen
Die Divergenz zwischen den Datensätzen von DemandSphere (Start bei 26,12 %) und Ahrefs (Start bei 65,1 %) zeigt, dass die Ausrollung je nach Markt und Gerät unterschiedlich verlief. Konsens besteht jedoch beim Endwert Ende September, der in beiden Studien über 80 % lag (82,06 % bei DemandSphere und 82,91 % bei Ahrefs). Die Volatilität zwischen dem 18. September (57,43 %) und dem 19. September (31,15 %) deutet auf laufende Tests oder algorithmische Anpassungen in der Ausspielungslogik hin.
Daten von DemandSphere für getrackte Brand-Queries
Ausblick
Es ist zu erwarten, dass Google die AI Overviews für Brand-Queries weiter verfeinert und die Zitationsquellen diversifiziert. Da Google keine offizielle Änderung angekündigt hat, bleibt die Quote variabel. Der Fokus für SEOs wird sich von der reinen Positionierung hin zur Beeinflussung der in der KI-Antwort genutzten Quellen verschieben.