Veröffentlicht: 2026-10-19
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Microsoft testet in der Bing-Suche die Einführung von „Popular Links“ innerhalb von gesponserten Anzeigen. Dabei werden Sitelinks unter den Anzeigen mit einem spezifischen Label versehen. Diese Funktion zielt darauf ab, Nutzer direkt zu den meistbesuchten oder relevantesten Unterseiten eines Werbetreibenden zu leiten.
Die Fakten
Die aktuelle Entwicklung lässt sich in fünf Kernpunkten zusammenfassen:
- Microsoft führt Tests für die Kennzeichnung „Popular Links“ in den Suchergebnissen durch.
- Die Funktion ist spezifisch in den Bereich der gesponserten Anzeigen (Ads) integriert.
- Die Implementierung erfolgt in Form von Sitelinks, die unter dem Hauptanzeigentext erscheinen.
- Die Beobachtung wurde durch Khushal Bherwani via X veröffentlicht.
- Es gibt eine Parallele zu einem früheren Test von Google Ads, bei dem „Top Pages“ als Links angezeigt wurden.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Änderung betrifft primär Unternehmen und Agenturen, die Bing Ads aktiv zur Lead-Generierung oder zum Traffic-Aufbau nutzen. Wer ausschließlich auf organische Sichtbarkeit setzt oder nur Google Ads schaltet, ist von diesem Test derzeit nicht betroffen.
Für SEA-Agenturen und Inhouse-Marketer
- Überprüfen Sie die aktuelle Sitelink-Strategie in Ihren Bing-Kampagnen. Analysieren Sie, welche Unterseiten die höchste Konversionsrate aufweisen, da Bing diese nun potenziell als „Popular Links“ hervorhebt. Ein Erfolg zeigt sich an einer höheren Klickrate (CTR) der Sitelinks im Vergleich zum Hauptlink. Der Aufwand ist gering, da die Daten in den Kampagnenberichten vorliegen.
- Optimieren Sie die Zielseiten der Sitelinks auf maximale Nutzerrelevanz und Ladegeschwindigkeit. Wenn Bing diese Links als populär markiert, steigt das Volumen der Zugriffe auf diese spezifischen URLs. Die Wirkung ist an einer sinkenden Absprungrate auf den Zielseiten messbar. Der Aufwand ist mittel, da technische Anpassungen an den Seiten nötig sein können.
- Testen Sie verschiedene Kombinationen von Sitelink-Texten, um zu sehen, welche Begriffe die „Popular“-Kennzeichnung triggern. Vergleichen Sie die Performance von generischen Links mit spezifischen Produkt- oder Service-Seiten. Die Wirkung lässt sich an der Veränderung der Klickverteilung zwischen den Sitelinks ablesen. Der Aufwand ist mittel, da ein A/B-Testing-Setup erforderlich ist.
Parallel dazu sollte die organische Basis gestärkt werden, da die Sichtbarkeit in den Ads oft mit der allgemeinen Autorität der Domain korreliert. Ein fundiertes Linkbuilding stellt sicher, dass die Domain insgesamt als relevant eingestuft wird, was die Effizienz von bezahlten Maßnahmen oft unterstützt.
Wenn man diese Entwicklung ignoriert, verschenkt man die Chance, die Klickrate der Anzeigen durch die psychologische Wirkung des Labels „Popular“ zu steigern. Die Konkurrenz könnte durch die prominente Platzierung populärer Unterseiten mehr qualifizierten Traffic auf spezifische Landingpages lenken.
Experten-Meinung
Das Muster ist bekannt. Die Einführung von „Popular Links“ ist keine technische Innovation, sondern eine Variation bestehender Sitelink-Konzepte. Wie bereits bei den „Top Pages“ von Google beobachtet, versuchen Suchmaschinen, die Klickwege zu verkürzen, indem sie interne Seitenhierarchien für den Nutzer sichtbar machen. Es ist die Verlagerung von einer rein Keyword-basierten Anzeige hin zu einer nutzerzentrierten Navigation direkt im SERP. Die Skepsis bleibt jedoch, ob ein Label allein die Conversion-Rate steigert oder lediglich die Klickverteilung innerhalb einer Anzeige verschiebt.
Daten und Zahlen
Der vorliegende Fall stützt sich auf qualitative Beobachtungen und einen Screenshot, der am 14. Oktober 2026 veröffentlicht wurde. Es liegen keine statistischen Daten zur Steigerung der Klickraten oder zur Anzahl der betroffenen Konten vor. Die einzige belegbare Information ist die Existenz des Tests und der Vergleich zu einer ähnlichen Funktion bei Google Ads. Die Auswirkung wird derzeit rein über die visuelle Änderung der Anzeigenstruktur definiert.
Ausblick
Es bleibt abzuwarten, ob Microsoft die „Popular Links“ dauerhaft in das globale Anzeigenprodukt überführt oder ob es sich um einen kurzfristigen Test handelt. Sollte die Funktion bleiben, ist zu erwarten, dass Bing die Auswahl dieser Links stärker automatisiert, basierend auf den tatsächlichen Nutzerdaten. SEOs und SEA-Experten sollten beobachten, ob diese Logik später auch in die organischen Sitelinks einfließt.