Veröffentlicht: 2026-10-05
Autor: Marcel Christen | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Microsoft Bing testet eine neue Anzeigeform für Produktergebnisse. Diese enthält einen Bereich mit der Beschriftung „Recommended by“, gefolgt vom Namen eines Unternehmens. Die Sektion suggeriert eine Empfehlung durch eine bestimmte Marke oder ein Testportal.
Die Fakten
- Bing führt eine Sektion namens „Recommended by“ in den Suchergebnissen für Produkte ein.
- Die Produktbilder in diesem Bereich verlinken direkt zu verschiedenen Händlern.
- Die Verlinkung erfolgt nicht zur Seite des Unternehmens, welches die Empfehlung laut Text ausspricht.
- Es gibt keine sichtbare Möglichkeit, die Echtheit dieser Empfehlungen zu prüfen.
- Es fehlen Links zur Originalquelle der Empfehlung, wie im Beispiel von GearLab ersichtlich.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Neuerung betrifft alle Shop-Betreiber und Markeninhaber, die Produkte in den Bing-Suchergebnissen platzieren. Sie betrifft nicht Personen, die ausschließlich auf Google optimieren oder keine physischen Produkte verkaufen.
Für Onlineshops
- Prüfen Sie Ihre Produktpräsenzen in Bing durch gezielte Suchen nach Ihren Hauptprodukten. Sie erkennen den Erfolg daran, dass Sie sehen, ob Ihre Produkte in einer „Recommended by“-Sektion erscheinen. Der Aufwand für diese manuelle Prüfung ist gering.
- Analysieren Sie den Traffic in Ihren Analyse-Tools auf ungewöhnliche Referrer. Ein Referrer ist die Quelle, von der ein Nutzer kommt. Sie erkennen die Wirkung an einem Anstieg von Klicks aus Bing, die nicht über den Standard-Link kommen. Dieser Prozess ist bei bestehendem Monitoring aufwendig.
- Überwachen Sie, welche Drittanbieter als Empfehlungsgeber neben Ihren Produkten genannt werden. Sie erkennen dies durch regelmäßige Screenshots Ihrer Suchergebnisse. Der Aufwand ist moderat, erfordert aber eine feste Routine.
Für Markeninhaber
- Kontrollieren Sie, ob Ihr Markenname ohne Ihr Wissen als Empfehlungsgeber in Bing auftaucht. Sie erkennen dies, wenn Ihre Marke als „Recommended by“ erscheint, ohne dass Sie eine Kooperation mit Bing haben. Die Prüfung ist zeitaufwendig, da sie viele Keywords umfasst.
- Dokumentieren Sie Fälle, in denen Ihre Marke Produkte empfiehlt, die Sie nicht führen. Sie erkennen dies an einer Diskrepanz zwischen Bing-Anzeige und Ihrem tatsächlichen Sortiment. Der Aufwand ist hoch, da eine genaue Liste der Empfehlungen erstellt werden muss.
- Prüfen Sie die Zielseiten der verlinkten Händler auf Nennungen Ihrer Marke. Sie erkennen den Effekt daran, ob die Landingpage die Empfehlung bestätigt. Die Landingpage ist die Seite, auf der der Nutzer nach dem Klick landet. Der Aufwand ist mittel.
Wenn Sie nichts unternehmen, riskieren Sie einen Kontrollverlust über Ihre Markenkommunikation. Falsche Empfehlungen können das Vertrauen Ihrer Kunden in Ihre Marke beschädigen.
Experten-Meinung
Die Umsetzung von Bing wirkt technisch unsauber. Ein Mechanismus für Empfehlungen muss auf Vertrauen basieren. Vertrauen entsteht durch Transparenz. Transparenz bedeutet hier, dass die Quelle der Empfehlung verifizierbar sein muss.
Es gibt keine Links zur Quelle der Empfehlung.
Wenn die Verlinkung direkt zum Händler führt, wird die Empfehlung zu einem bloßen Werbeelement. Das ist irreführend für den Nutzer. Es erinnert an Tests von Google aus dem Mai 2025. Bing scheint hier ein Konzept zu kopieren, ohne die notwendige Belegkette zur Quelle zu implementieren.
Daten und Zahlen
Konkrete statistische Daten zu Klickraten oder Reichweiten liegen für dieses Feature nicht vor. Der Quelltext nennt lediglich den Monat Mai 2025 als Zeitpunkt für ähnliche Tests von Google. Qualitative Beobachtungen zeigen, dass die Sektion in bestimmten Browsern replizierbar ist. Die Wirkung ist derzeit auf einzelne Test-Beispiele wie die Nennung von GearLab beschränkt. Es gibt keine Zahlen zur Anzahl der betroffenen Websites oder Produkte.
Ausblick
Es ist zu erwarten, dass Microsoft die Feedback-Phase nutzt, um die Verlinkungsstruktur zu ändern. Wahrscheinlich wird Bing Links zur Originalquelle der Empfehlung hinzufügen. Dies würde die Glaubwürdigkeit der Sektion erhöhen. Shop-Betreiber sollten beobachten, ob die Sektion dauerhaft ausgerollt wird. Eine Integration in das Bing Webmaster Tool wäre der nächste logische Schritt. So könnten Betreiber Empfehlungen selbst steuern oder verwalten.