Veröffentlicht: 2026-10-03
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 4 min
Was ist passiert?
Google hat die zweite Phase des September-Spam-Updates 2026 eingeleitet, nachdem erste Auswirkungen bereits Ende September sichtbar waren. Parallel dazu verschärft Google die Anforderungen an KI-generierte Inhalte durch die explizite Forderung nach manuellen Faktenchecks. Zudem wurden die Richtlinien für hilfreiche Inhalte bezüglich der Definition und Bewertung von Hauptinhalten aktualisiert.
Die Fakten
- Die zweite Welle des Google September 2026 Spam-Updates traf Websites am 30. September. Die erste Phase lief vom 25. September bis zum 27. September.
- Google aktualisierte die Dokumentation zur Nutzung generativer KI und stellt nun, dass eine manuelle Prüfung aller KI-Inhalte auf Genauigkeit und Vertrauenswürdigkeit vor der Veröffentlichung kritisch ist.
- Das Dokument für hilfreiche, zuverlässige und nutzerzentrierte Inhalte wurde um zwei Sektionen erweitert, welche den Hauptinhalt definieren und erklären, wie Quality Rater diesen bewerten.
- Ein Gericht wies die Klage von Penske gegen Google bezüglich AI Overviews ab, da kein formeller Vertrag über den Verkauf von Inhalten gegen Traffic nachgewiesen wurde.
- Google testet URL-Tracking-Parameter innerhalb von AI Overviews, um Klicks aus KI-Antworten von regulären Suchergebnissen unterscheidbar zu machen.
Was bedeutet das für Dich?
Die aktuellen Entwicklungen betreffen primär Website-Betreiber, die KI-gestützte Content-Strategien einsetzen, sowie Publisher, die auf Sichtbarkeit in den AI Overviews angewiesen sind. Wer ausschließlich handgeschriebene Inhalte ohne KI-Unterstützung veröffentlicht, ist von den neuen Faktencheck-Richtlinien nicht direkt betroffen, muss aber die aktualisierten Kriterien für Hauptinhalte beachten.
Für Content-Strategen und Redaktionen
- Implementieren Sie einen obligatorischen manuellen Review-Prozess für jeden KI-generierten Text. Ein Redakteur muss die Fakten prüfen und die Vertrauenswürdigkeit bestätigen, bevor der Status auf „veröffentlicht“ gesetzt wird. Wirkt das System, wenn die Fehlerquote in den Inhalten sinkt und die Rankings nach Spam-Updates stabil bleiben. Der Aufwand ist hoch, da er die Produktionsgeschwindigkeit reduziert.
- Analysieren Sie Ihren „Main Content“ gemäß der neuen Google-Definition. Prüfen Sie, ob der Kerninhalt der Seite ohne Ablenkung sofort erkennbar ist und den Nutzerintentionen entspricht. Die Wirkung zeigt sich in einer besseren Einordnung durch Quality Rater und potenziell höheren Rankings. Der Aufwand ist moderat und erfordert eine inhaltliche Bestandsaufnahme.
- Überprüfen Sie Ihre Tracking-Konfiguration in der Search Console oder Ihrem Analyse-Tool auf neue URL-Parameter. Sobald Google den Test ausrollt, müssen diese Parameter korrekt zugeordnet werden, um die Performance von AI Overviews zu messen. Die Wirkung ist eine präzise Datengrundlage über die Herkunft der Klicks. Der Aufwand ist gering, sofern die Tools automatisch Parameter erfassen.
Für E-Commerce-Betreiber
- Prüfen Sie die Darstellung Ihrer Sponsored-Produkte in der Google-Suche auf fehlende Bilder. Sollten Bilder fehlen, kontaktieren Sie den Google-Support, da es sich um einen Bug oder einen Test handeln könnte. Die Wirkung ist die Wiederherstellung der visuellen Attraktivität Ihrer Anzeigen. Der Aufwand ist gering.
- Passen Sie bei Bedarf Ihren Unternehmensnamen in Google Ads an, sofern Sie unter eine der drei neuen Ausnahmeregeln fallen. Prüfen Sie, ob ein Name, der von der Ziel-Domain abweicht, die Klickrate verbessert. Die Wirkung ist eine höhere Relevanz in der Anzeige. Der Aufwand ist minimal.
Wenn Sie keine Anpassungen vornehmen, riskieren Sie bei KI-generierten Inhalten eine Abwertung durch das Spam-Update oder eine schlechte Bewertung durch Quality Rater aufgrund mangelnder faktischer Genauigkeit.
Experten-Meinung
Die aktuelle Entwicklung ist kein Paradigmenwechsel, sondern eine Fortsetzung des Trends zur Qualitätssteigerung. Die Forderung, KI-Inhalte manuell zu prüfen, ist die logische Konsequenz aus der Flut an minderwertigen automatisierten Texten. Es wiederholt sich das Muster: Erst wird eine Technologie zugelassen, dann folgt die algorithmische Bereinigung der daraus resultierenden Spam-Wellen.
„Google says it is critical to manually factcheck review AI-generated content for accuracy“
. Dies unterstreicht, dass die reine Generierung ohne menschliche Kuration langfristig kein tragfähiges SEO-Modell darstellt.
Daten und Zahlen
Das Zeitfenster des September-Updates 2026 ist präzise definiert: Die erste Phase begann am 24. September, mit ersten Auswirkungen am 25., 26. und 27. September. Die zweite Phase setzte am 30. September ein. In einem anderen Kontext stiegen die AI Overviews bei Markenabfragen von 26% auf 80%. Diese Zahlen belegen die Geschwindigkeit, mit der Google seine KI-Integration in die Suchergebnisse ausweitet, während die Spam-Filter in kurzen Zyklen von etwa einer Woche aktualisiert werden.
Ausblick
Es ist zu erwarten, dass Google die Definition von „Hauptinhalt“ in weiteren Updates stärker gewichtet, um die Trennung zwischen nützlichen Informationen und SEO-optimierten Fülltexten zu verschärfen. Die Einführung von Tracking-Parametern für AI Overviews wird Publishern erstmals ermöglichen, den tatsächlichen Traffic-Verlust oder -Gewinn durch KI-Antworten exakt zu beziffern. Die manuelle Prüfung von KI-Content wird voraussichtlich zu einem Standard-Audit-Punkt in jeder SEO-Strategie werden.