Google Discover testet neues „Dive Deeper“-Feature

Veröffentlicht: 2026-09-20
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 3 min

Was ist passiert?

Google testet in Discover eine Funktion namens „Dive deeper“. Anstatt den Nutzer direkt zu einem Artikel eines Publishers zu leiten, öffnet sich eine KI-generierte Themenübersicht. Diese enthält Zusammenfassungen, Community-Reaktionen und Links zu weiterführenden Artikeln.

Was zu tun ist
  1. Überwachung der Klickraten in der Search Console.
  2. Anpassung der Content-Struktur auf Informationsdichte.
  3. Optimierung für Community-Signale.

Die Fakten

Die Funktion folgt diesen Parametern:

  • Die erste Ebene besteht aus einer kurzen, KI-generierten Themenübersicht, die laut Google Fehler enthalten kann.
  • Beim Klicken auf „Dive deeper“ gelangt der Nutzer zu einer ausführlicheren Version der Übersicht.
  • Diese erweiterte Ansicht enthält prominente Links zu verwandten Geschichten, Originalberichten und Reaktionen aus Communities.
  • Google beginnt den Test dieser Nutzerführung zunächst im Bereich von Videos.
  • Robby Stein von Google bestätigte die Experimente und kündigte verschiedene Design-Iterationen für die kommenden Wochen an.

Was bedeutet das für Dich?

Diese Entwicklung betrifft Publisher und SEOs, die einen nennenswerten Anteil ihres Traffics über den Google Discover Feed generieren. Wer primär auf organische Suche in den SERPs setzt, ist von diesem spezifischen Test momentan nicht betroffen.

  1. Überwachung der Klickraten in der Search Console. Vergleichen Sie die CTR von Discover-Impressions mit den tatsächlichen Klicks auf die Zielseite. Ein Sinken der Klicks bei gleichbleibenden Impressionen deutet darauf hin, dass die KI-Übersicht die Nutzerbedürfnisse bereits befriedigt. Der Aufwand ist gering, da die Daten in der Search Console vorliegen.
  2. Anpassung der Content-Struktur auf Informationsdichte. Erstellen Sie Inhalte, die über eine reine Zusammenfassung hinausgehen und spezifische Expertenmeinungen oder proprietäre Daten enthalten. Ein Erfolg zeigt sich, wenn Nutzer trotz der KI-Übersicht auf den Link zum Originalbericht klicken. Der Aufwand ist hoch, da es eine redaktionelle Umstellung erfordert.
  3. Optimierung für Community-Signale. Da Google explizit Community-Reaktionen in die „Dive deeper“-Ansicht integriert, sollten Interaktionen auf Plattformen wie Reddit oder in Fachforen gefördert werden. Wirkt dies, tauchen Erwähnungen Ihrer Marke in der KI-Übersicht auf. Der Aufwand ist mittel, da ein aktives Community-Management nötig ist.

Für Nachrichtenportale

Hier besteht das Risiko, dass kurze Nachrichtenmeldungen vollständig durch die KI-Zusammenfassung ersetzt werden. Der Fokus muss auf exklusiven Originalberichten liegen, die in der Übersicht nur als Link referenziert werden können.

Für Video-Publisher

Da Google den Test mit Videos startet, sollten Ersteller prüfen, ob die Video-Transkripte und Beschreibungen präzise genug sind, um von der KI korrekt erfasst und verlinkt zu werden.

Wenn keine Anpassungen vorgenommen werden, sinkt die Wahrscheinlichkeit für Klicks, da die KI den Kontext bereits auf der Plattform bereitstellt.

Experten-Meinung

Die Funktion „Dive deeper“ ist kein neues Konzept, sondern folgt dem Muster der SGE (Search Generative Experience). Neu ist die Integration direkt in den Discover-Feed, der bisher impulsgetrieben funktionierte. Es ist eine Verschiebung von der direkten Weiterleitung hin zu einer kuratierten Informationsschicht.

„I am not sure I like this, it will probably lead to even less traffic from Google to publishers because the content Google is generating is AI-generated and gives the full context to the user“

. Diese Einschätzung deckt sich mit Beobachtungen aus anderen KI-Integrationen: Der Nutzer bleibt auf der Plattform, wenn die Antwort ausreichend ist.

Daten und Zahlen

Der vorliegende Quelltext enthält keine quantitativen Daten zu Klickraten, Nutzerzahlen oder prozentualen Traffic-Verlusten. Die einzige zeitliche Angabe bezieht sich auf die kommenden Wochen, in denen Google mit multiplen Designs experimentiert. Qualitative Daten belegen, dass die Funktion zunächst für Videos getestet wird, bevor eine Ausweitung auf andere Formate erfolgt. Die Messung der Wirkung erfolgt derzeit über die Beobachtung der Design-Iterationen durch Google.

Ausblick

In den nächsten Wochen wird Google verschiedene Design-Varianten testen, um die Nutzerinteraktion zu optimieren. Es ist zu erwarten, dass die Funktion nach der Video-Phase auf alle Content-Typen in Discover ausgeweitet wird. Die entscheidende Metrik für SEOs wird die Differenz zwischen Impressionen in der KI-Übersicht und den tatsächlichen Durchklicks zu den Publisher-Seiten sein.

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