Google Manual Actions: Verhängt Google wieder mehr manuelle Strafen?

Veröffentlicht: 2026-10-09
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 3 min

Was ist passiert?

Es gibt Hinweise auf eine Zunahme manueller Maßnahmen (Manual Actions) durch Google. SEO-Experten berichten, dass in den letzten Wochen vermehrt Strafen für Spam, minderwertige Inhalte und skalierte Content-Strategien verhängt wurden. Während Google lange Zeit primär auf automatisierte Algorithmen setzte, scheint die manuelle Prüfung bestimmter Verstöße wieder an Bedeutung zu gewinnen.

−90 %+

Traffic-Verlust betroffener Websites

Dieser massive Rückgang erfolgt bei manuellen Maßnahmen oft über Nacht.

Die Fakten

Die aktuelle Situation lässt sich anhand folgender Punkte zusammenfassen:

  • Marie Haynes berichtet von einem Anstieg der Anfragen zu manuellen Maßnahmen, die sich von zuvor nahezu null auf mehrere pro Woche erhöht haben.
  • Die betroffenen Websites sind häufig etablierte Unternehmen, die aufgrund von „Thin Content“, reinem Spam oder skalierten Inhalten abgestraft wurden.
  • Daniel Foley Carter beobachtet eine Zunahme von Strafen, die er auf den Einsatz von KI-generierten Inhalten und kurzfristigen Abkürzungen im SEO zurückführt.
  • Einige betroffene Seiten verzeichnen einen Traffic-Verlust von 90%+ über Nacht.
  • In den Google Webmaster Help Forums finden sich aktuelle Fälle zu „Major Spam Problems“, „Thin Content“ und abgelehnten Reconsideration-Requests trotz der Löschung von bis zu 6000 URLs.

Was bedeutet das für Dich?

Diese Entwicklung betrifft primär Website-Betreiber, die auf skalierte Content-Produktion setzen oder minderwertige Affiliate-Seiten betreiben. Wer hochwertige, redaktionelle Inhalte erstellt und keine manipulativen Linknetzwerke nutzt, ist von diesen spezifischen manuellen Maßnahmen nicht betroffen.

Für Content-Strategen und Redaktionen

  1. Prüfen Sie die Google Search Console unter „Sicherheit & Manuelle Maßnahmen“. Ein Erfolg ist hier die Bestätigung „Keine Probleme erkannt“, der Aufwand beträgt 5 Minuten.
  2. Analysieren Sie alle durch KI generierten Seiten auf ihren Mehrwert. Das Ziel ist die Identifikation von Inhalten ohne einzigartigen Nutzwert; der Aufwand ist je nach Seitenumfang hoch.
  3. Löschen oder überarbeiten Sie „Thin Content“-Seiten, die keinen eigenen Erkenntnisgewinn bieten. Wirkt die Maßnahme, wird der Reconsideration-Request akzeptiert; der Aufwand ist zeitintensiv.

Für Agenturen und Techniker

  1. Überprüfen Sie die Seite auf „Back button hijacking“ und versteckte Weiterleitungen. Ein Erfolg ist die Abwesenheit dieser Muster im Browser-Verlauf; der Aufwand ist gering.
  2. Kontrollieren Sie die Ausgehenden Links auf unnatürliche Muster oder manipulative Verlinkungen. Ein Erfolg ist eine saubere Linkliste ohne Spam-Ziele; der Aufwand ist moderat.
  3. Prüfen Sie die strukturierten Daten auf Übereinstimmung mit den tatsächlichen Inhalten. Ein Erfolg ist die Fehlerfreiheit im Rich-Results-Test; der Aufwand ist gering.

Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, bleibt eine manuelle Strafe bestehen, was meist zum vollständigen Verschwinden der betroffenen URLs aus dem Index führt.

Experten-Meinung

Die aktuelle Lage ist kein völlig neues Phänomen, sondern eine Wiederholung alter Muster. Vor der Ära von Google Penguin waren manuelle Maßnahmen die primäre Methode zur Spam-Bekämpfung. Dass Google nun wieder verstärkt manuell eingreift, ist eine Reaktion auf den Missbrauch von KI-Skalierung. Marie Haynes stellt fest, dass die Intensität nicht das Niveau der Zeit vor Penguin erreicht hat, aber die Tendenz eindeutig ist. Es zeigt sich, dass automatisierte Systeme allein nicht ausreichen, um die aktuelle Flut an skaliertem Content-Abuse zu bewältigen.

Daten und Zahlen

Die Auswirkungen manueller Maßnahmen sind im Einzelfall extrem: Betroffene Seiten berichten von Verlusten von 90%+ ihres Traffics innerhalb kürzester Zeit. In den Help-Foren finden sich Fälle, in denen Nutzer versuchen, Strafen durch das Entfernen von 4000 oder sogar über 6000 URLs zu beheben, wobei letztere trotz der Bereinigung mehrfach eine Ablehnung ihres Reconsideration-Requests erhielten. Marie Haynes quantifiziert die Zunahme ihrer Anfragen von ursprünglich nahezu null auf nun mehrere pro Woche.

Ausblick

Es ist zu erwarten, dass Google die manuelle Prüfung von „Scaled Content Abuse“ weiter intensiviert. Die Kombination aus automatisierten Spam-Algorithmen und gezielten Quality-Sweeps wird zunehmen. SEOs müssen damit rechnen, dass die Hürden für die Wiederherstellung einer Seite nach einer manuellen Strafe steigen, da einfache Löschungen von URLs oft nicht mehr ausreichen, um die Vertrauenswürdigkeit der Domain wiederherzustellen.

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