Veröffentlicht: 2026-09-25
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 4 min
Google diversifiziert die Link-Struktur innerhalb der AI Overviews. Während die Anzahl der Verknüpfungen steigt, führen nicht alle diese Elemente zu externen Webseiten, sondern teilweise zurück in den internen AI Mode von Google.
Was ist passiert?
Google führt verschiedene Link-Typen in den AI Overviews ein, die unterschiedliche Ziele ansteuern. Neben externen Quellen gibt es nun Anker-Links, die lediglich eine neue Abfrage im AI Mode auslösen. Damit verschiebt sich die Funktion von Links in KI-Antworten zwischen dem Traffic-Lieferanten und dem Tool zur Nutzerbindung innerhalb des Google-Ökosystems.
Anteil der AI Overviews mit externen Links im Text
Dieser Wert wurde am 20. September 2026 gemessen und ist seit dem 25. August gestiegen.
Die Fakten
- In der Search Console werden nur Klicks auf externe Seiten innerhalb einer AI Overview als tatsächliche Klicks gewertet.
- Links, die eine neue Google-Abfrage starten (Query Refinements), generieren weder Klicks noch Impressionen.
- Daten von Peec AI zeigen, dass der Anteil an AI Overviews mit einem externen Link im Antworttext vom 25. August bis zum 20. September 2026 gestiegen ist.
- Am 20. September 2026 lag der Anteil der AI Overviews mit externen Links im Antworttext bei 26,2 %.
- Seit Januar gibt es auf Mobilgeräten die Funktion von Follow-up-Fragen, die den Nutzer direkt in den konversationsbasierten AI Mode führen.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Entwicklung betrifft alle Website-Betreiber, die auf organischen Traffic aus Informations-Queries angewiesen sind. Wer primär Transaktions-Traffic über Produktseiten generiert, ist weniger betroffen, da AI Overviews vor allem bei erklärenden Inhalten erscheinen.
Um die Sichtbarkeit in diesem Umfeld zu steuern, sind folgende Schritte notwendig:
- Analyse der Search Console Daten: Prüfen Sie, ob Impressionen für AI Overviews steigen, während die Klickrate sinkt. Ein Erfolg zeigt sich hier, wenn die Klicks trotz der Konkurrenz durch interne AI-Links stabil bleiben. Der Aufwand ist gering, da die Daten in der vorhandenen Konsole liegen.
- Optimierung auf spezifische Entitäten: Erstellen Sie präzise, faktische Antworten, die als Quelle für externe Links in den AI Overviews dienen können. Wirkt die Optimierung, taucht die Domain als Inline-Link im Antworttext auf. Dies ist mit hohem redaktionellem Aufwand verbunden, da Inhalte strikt an die Nutzerintention angepasst werden müssen.
- Überprüfung der internen Verlinkungsstrategie: Stellen Sie sicher, dass Ihre Inhalte so strukturiert sind, dass Google sie leicht als Referenz für „In-depth analyses“ einstufen kann. Ein Erfolg ist messbar durch die Platzierung in den Link-Carousels am Ende einer Antwort. Der Aufwand ist moderat und Teil einer guten Linkbuilding-Strategie.
- Monitoring der AI Mode-Interaktionen: Beobachten Sie, ob Ihre Keywords zunehmend durch interne Google-Links (Query Refinements) besetzt werden. Wenn Nutzer innerhalb von Google bleiben, sinkt die externe Klickwahrscheinlichkeit. Der Aufwand ist hoch, da dies nur durch manuelles Testen verschiedener Queries und Geräte ermittelt werden kann.
Für kleine Websites
Konzentrieren Sie sich auf Nischen-Expertise. Kleine Seiten haben eine Chance, als präzise Quelle für Inline-Links gelistet zu werden, wenn sie eine extrem hohe thematische Tiefe aufweisen.
Für Onlineshops
Setzen Sie auf Ratgeber-Inhalte. Wenn Ihre Produktvorteile in einer AI Overview als externe Quelle verlinkt werden, ist der Traffic qualitativ hochwertiger als bei Standard-Suchergebnissen.
Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, riskieren Betreiber, dass ihre Inhalte zwar als Wissensbasis für die KI dienen, die Nutzer jedoch über interne Google-Links im AI Mode gehalten werden, ohne die ursprüngliche Webseite zu besuchen.
Experten-Meinung
Die Beobachtung, dass Google Nutzer durch Anker-Links gezielt vom Web in den AI Mode drängt, ist ein bekanntes Muster. Google optimiert die User Experience auf interne Verweildauer. Die Tatsache, dass externe Links im Antworttext laut Peec AI auf 26,2 % gestiegen sind, ist ein positives Signal, aber die gleichzeitige Einführung von AI-internen Links wirkt dem entgegen. Es ist eine Gratwanderung zwischen der Rolle als Suchmaschine und der Rolle als Antwort-Maschine. Für SEOs bedeutet dies, dass die reine Sichtbarkeit in der AI Overview nicht mehr mit Traffic gleichzusetzen ist.
Daten und Zahlen
Die Daten von Peec AI belegen einen Anstieg der externen Link-Präsenz in AI Overviews. Während die Werte zwischen dem 25. August und dem 10. September nahezu bei Null lagen, folgte ab dem 11. September ein Anstieg. Am 20. September 2026 erreichten die externen Links im Antworttext einen Wert von 26,2 %. Diese Zahl beschreibt jedoch nur die Präsenz von Links, nicht die tatsächliche Klickrate. Da Klicks auf interne AI-Mode-Links in der Search Console nicht gezählt werden, bleibt die reale Traffic-Auswirkung für Website-Betreiber schwer quantifizierbar.
Ausblick
Es ist zu erwarten, dass Google die Anzahl der Inline-Links weiter erhöht, um die Akzeptanz der AI Overviews zu sichern. Gleichzeitig werden die internen Verknüpfungen zum AI Mode subtiler in den Text integriert. Für Agenturen wird die Messung des Erfolgs komplexer, da die Search Console eine Lücke bei den internen AI-Interaktionen lässt. Wer lokale Sichtbarkeit optimiert, sollte zudem das GEO Blackbook nutzen, um die Anforderungen an generative Engine Optimization zu verstehen.