Veröffentlicht: 2026-10-16
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Google hat am 15. Oktober Anpassungen an der Darstellung von Links in den AI Overviews und im AI Mode eingeführt. Ziel ist eine höhere Sichtbarkeit von Quellen durch mehr kontextuelle Links, eine prominente Platzierung im oberen Bereich der Antworten und erweiterte News-Carousels. Trotz dieser visuellen Aufwertungen fehlen weiterhin konkrete Klickdaten in den Performance-Berichten für Publisher.
- Strukturierte Daten optimieren
- Kontextuelle Relevanz schärfen
- Autorität durch Linkbuilding stärken
Die Fakten
- Link-Platzierung: Kontextuelle Links innerhalb der KI-generierten Texte erscheinen häufiger und werden verstärkt im oberen Teil der Antwort platziert.
- Direktverweise: Bei spezifischen Anfragen zeigt Google ein bis zwei Links an, die als die korrekte Zielseite eingestuft werden, wobei die Auswahlkriterien nicht offengelegt wurden.
- Erweiterte Carousels: Die Anzeige von News-Vignetten mit Bild und Titel wird auf weitere Regionen und Sprachen ausgeweitet.
- Nutzersteuerung: Die Nutzung der Funktion „Sources préférées“, mit der Nutzer bevorzugte Medien festlegen können, stieg laut Google um mehr als das Siebenfache.
- Interne Nutzerführung: Neue klickbare Ersteller-Namen bei Videos im AI Mode führen zunächst auf ein Google-internes Profil und nicht direkt auf die externe Webseite.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Änderungen betreffen primär Publisher, News-Seiten und Informationsportale, die stark von organischem Traffic über Google-Suche abhängig sind. Wer Inhalte erstellt, die als Referenz für KI-Zusammenfassungen dienen, sieht nun eine theoretisch höhere Chance auf Sichtbarkeit. Wer rein transaktionale Inhalte ohne Informationswert bietet, wird durch diese spezifischen AI-Anpassungen kaum beeinflusst.
Für Informationsportale und Publisher
- Strukturierte Daten optimieren: Prüfen Sie Ihre Schema-Markup-Implementierung für News und Artikel, um die Chance auf eine Aufnahme in die erweiterten Carousels zu erhöhen. Ein Erfolg zeigt sich durch das Erscheinen Ihrer Vignetten unter dem KI-Resümee; der Aufwand ist gering, sofern die technische Basis steht.
- Kontextuelle Relevanz schärfen: Passen Sie Ihre Überschriften und Zusammenfassungen so an, dass sie präzise Antworten auf spezifische Fragen liefern. Die Wirkung ist messbar an der Häufigkeit der Nennung als Quelle in den AI Overviews; dies erfordert einen mittleren redaktionellen Aufwand pro Artikel.
- Autorität durch Linkbuilding stärken: Da Google „korrekte Webseiten“ bevorzugt, ist die allgemeine Domain-Autorität ein entscheidender Faktor für die Auswahl als Primärlink. Die Wirkung zeigt sich in einer stabilen Platzierung als einer der zwei hervorgehobenen Links; der Aufwand ist hoch und langfristig.
Für lokale Anbieter
Hier steht die Sichtbarkeit in regionalen Antworten im Vordergrund. Nutzen Sie das GEO Blackbook, um lokale Signale zu optimieren, da Carousels nun in mehr Regionen ausgespielt werden. Erfolg ist hier an der Sichtbarkeit in lokalen KI-Antworten erkennbar; der Aufwand ist moderat.
Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, bleibt man passiv vom Algorithmus-Auswahlprozess abhängig. Ohne Optimierung auf die Anforderungen der KI-Quellenwahl sinkt die Chance, als eine der wenigen sichtbaren Quellen in einem Umfeld zu erscheinen, das den Traffic insgesamt reduziert.
Experten-Meinung
Die Anpassungen folgen einem bekannten Muster: Google verbessert die Optik, um Kritik an sinkenden Klicks zu entgegnen, behält aber die Kontrolle über die Daten. Die Tatsache, dass Klicks bei Google Ads präzise gemessen werden, in den KI-Berichten jedoch fehlen, ist ein systematisches Defizit. Barry Schwartz ordnet diese Änderungen als weitere Iteration ein, bei der vorherige Versuche, den Traffic-Verlust zu stoppen, nicht die gewünschten Ergebnisse brachten. Die neue Verlinkung zu internen Google-Profilen bei Videos unterstreicht die Strategie, Nutzer länger im eigenen Ökosystem zu halten.
Daten und Zahlen
Die Diskrepanz zwischen Nutzerzahlen und Traffic wird durch die Daten deutlich. Während Sundar Pichai im zweiten Quartal 2025 über mehr als 2 Milliarden monatliche Nutzer der AI Overviews in über 200 Ländern berichtete, verzeichnen Publisher Verluste. Laut Chartbeat verloren Informationsseiten zwischen Juli 2025 und Juli 2026 insgesamt 40 % ihres Traffics aus der Google-Suche. Andere Schätzungen beziffern diesen Rückgang je nach Seite auf 30 % bis 60 %. Google gibt an, dass die Funktion der bevorzugten Quellen um mehr als das Siebenfache gestiegen ist, nennt jedoch keinen Referenzzeitraum.
Ausblick
Es ist zu erwarten, dass Google unter dem Druck von Wettbewerbsbehörden und Publisher-Allianzen weitere visuelle Anpassungen vornimmt. Die entscheidende Frage bleibt die Bereitstellung von Klickdaten. Solange Google keine transparenten Metriken für KI-generierte Referrals liefert, bleibt jede Optimierung ein Test auf Basis von Sichtbarkeit statt echter Conversion. Die weitere Ausweitung der News-Carousels auf weltweit alle Sprachen wird den Wettbewerb um die Positionen unter den KI-Zusammenfassungen verschärfen.