Veröffentlicht: 2026-08-25
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Google hat ein Spam-Update im August durchgeführt, das laut Berichten gezielt auf massenhaft generierte KI-Inhalte ausgerichtet ist. Es geht dabei nicht um die Nutzung von Künstlicher Intelligenz an sich, sondern um die Erstellung von Inhalten, die primär zur Manipulation von Suchrankings und nicht zur Nutzerunterstützung dienen.
Die Fakten
- Berichte deuten darauf hin, dass das August-Spam-Update KI-generierte SEO-Inhalte filtert, die explizit für Rankings erstellt wurden.
- Google hat ein Forschungspapier zu einem System namens S-CTS (Scalable Cluster Termination System) veröffentlicht, das Netzwerke von KI-Spam identifiziert und beendet.
- Es gibt Hinweise darauf, dass vollautomatisch erstellte Seiten ohne manuelle Historie stärker betroffen sind als Seiten, die anfangs manuell betrieben wurden.
- Die bloße Verwendung von KI ist kein Spam-Kriterium; problematisch ist die massenhafte Produktion zur Manipulation der Suchergebnisse.
- Nutzerberichte beschreiben „AI Slop“ als neue Form von Doorway Pages, die durch repetitive Formatierungen und geringe Informationsdichte auffallen.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Entwicklung betrifft Website-Betreiber und Agenturen, die LLMs zur Skalierung ihrer Content-Produktion einsetzen. Wer KI nutzt, um schnell hohe Seitenvolumina für Keyword-Trends aufzubauen, ohne redaktionellen Mehrwert zu liefern, ist im Risiko. Wer KI als Werkzeug für hochwertige, manuell kuratierte Inhalte nutzt, ist von diesen Maßnahmen nicht betroffen.
Für Content-Strategen und Redaktionen
- Führen Sie eine Prüfung der Ranking-Verläufe für den Zeitraum vom 18. bis 21. August durch. Ein Abfall in diesem Zeitfenster ist ein Indikator für die Betroffenheit durch das Update. Der Aufwand ist gering, da lediglich die Search Console-Daten analysiert werden müssen.
- Implementieren Sie einen verpflichtenden menschlichen Review-Prozess für jeden KI-generierten Text. Erkennbar ist der Erfolg daran, dass die Inhalte individuelle Perspektiven enthalten und nicht dem typischen KI-Format aus Unterüberschriften und Aufzählungspunkten folgen. Der Aufwand ist hoch, da jeder Text manuell geprüft wird.
- Entfernen oder überarbeiten Sie Seiten, die lediglich kurze Informationen auf künstliche Länge gestreckt haben. Die Wirkung zeigt sich in einer Stabilisierung der Impressionen und einer geringeren Absprungrate. Der Aufwand ist mittel, abhängig von der Anzahl der betroffenen URLs.
Für Betreiber von Nischenseiten und PBNs
- Stoppen Sie die vollständige Automatisierung der Posting-Prozesse über Tools wie Claude Code oder ähnliche Frameworks. Ein Erfolg zeigt sich, wenn die Seite nicht mehr als automatisierter Cluster markiert wird. Der Aufwand ist gering, da lediglich Workflows gestoppt werden.
- Setzen Sie auf externe Signale wie Social Media und Pressemitteilungen, um die Crawlbarkeit und Nutzerinteraktion zu erhöhen. Die Wirkung ist an einer Zunahme von organischen Nutzer-Signalen messbar. Der Aufwand ist mittel bis hoch, da aktive Distribution nötig ist.
Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, riskieren vollautomatisierte Seiten einen dauerhaften Verlust der Sichtbarkeit durch die Einordnung als Spam-Cluster.
Experten-Meinung
Die aktuelle Entwicklung folgt einem bekannten Muster: Google bekämpft nicht die Technologie, sondern die Intention. Die Nutzung von KI zur Massenproduktion ist die moderne Entsprechung des Keyword-Saturierens. Interessant ist die Beobachtung, dass eine historische manuelle Pflege der Domain als Puffer fungieren kann. Wie in den Berichten erwähnt, haben Seiten, die „manuell betrieben wurden, Domain-Trust angesammelt“, was sie resistenter gegenüber automatischen Spam-Urteilen macht. Es geht also weniger um die Herkunft des Textes, sondern um die Historie und die tatsächliche Nutzerrelevanz der Domain.
Daten und Zahlen
Die Analyse stützt sich auf Beobachtungen im Zeitraum vom 18. bis 21. August, in dem Ranking-Einbrüche bei massenhaft produzierten KI-Seiten festgestellt wurden. Es liegen keine exakten Prozentwerte über die Gesamtzahl der betroffenen Seiten vor, jedoch beschreiben Nutzer den Trend zu „AI Slop“, bei dem kurze Informationen künstlich auf 500 Wörter aufgebläht werden. Die Einführung des S-CTS-Systems zeigt, dass Google die Erkennung von Spam-Netzwerken auf eine skalierbare, clusterbasierte Ebene gehoben hat.
Ausblick
Es ist zu erwarten, dass Google die Erkennung von KI-generierten Texten weiter verfeinert, möglicherweise durch technische Marker, ähnlich wie bei KI-Bildern. Der Fokus wird auf der Unterscheidung zwischen unterstützendem Content und manipulativ generiertem Content liegen. SEOs müssen den Fokus von der reinen Produktionsmenge auf die qualitative Kuratierung verschieben, da die reine Skalierung durch LLMs als primäres Ranking-Signal ausfällt.