Veröffentlicht: 2026-09-16
Autor: Jule | Seoholics
Lesezeit: 4 min
Was ist passiert?
Marketingverantwortliche in Branchen mit langen Entscheidungszyklen reagieren auf die generative Suche mit einer strategischen Budgetverschiebung. Statt rein auf technische Optimierung zu setzen, investieren Marken verstärkt in das Upper-Funnel-Marketing und die Markenbekanntheit, um die Sichtbarkeit in KI-gestützten Entscheidungsprozessen zu sichern.
US-Konsumenten, die KI-Assistenten für Kaufrecherche nutzten
Dieser Anteil bezieht sich auf die Nutzung innerhalb der letzten drei Monate.
Die Fakten
- Laut einer Befragung von 2.600 Shoppern nutzten 61% der US-Konsumenten in den letzten drei Monaten KI-Assistenten für die Kaufrecherche oder Entscheidungsfindung.
- Das Interactive Advertising Bureau (IAB) hob seine Prognose für das jährliche Wachstum der US-Werbeausgaben von 9,5% auf 12,3% an, was teilweise auf die Anpassung an die KI-Suche zurückzuführen ist.
- 44% der Einkäufer geben in einer IAB-Umfrage an, dass die Anpassung an veränderte Suchgewohnheiten ihre größte Investitionsherausforderung darstellt.
- Unternehmen wie State Farm und Mercedes-Benz setzen auf emotionale Assets und groß angelegte Kampagnen (z. B. mit Sportstars), um die Markenpräsenz unabhängig von der KI-Ausspielung zu stärken.
- Experten stellen eine Korrelation fest: Eine hohe Markenbekanntheit korreliert mit einem hohen Share of Search, was in KI-Umgebungen als Schutzschild gegen Markenschwankungen dient.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Entwicklung betrifft primär Entscheider in Branchen mit komplexen Produkten und langen Kaufzyklen (z. B. Automotive, Versicherungen, High-End-Consumer-Electronics). Für Anbieter von Impulskäufen oder einfachen Standardprodukten ist die Dringlichkeit dieser spezifischen Budgetverschiebung geringer.
- Überprüfung der Marken-Sichtbarkeit im Upper Funnel. Analysieren Sie, ob Ihre Marke bereits vor der eigentlichen Suche im Kopf des Kunden verankert ist. Ein Erfolg zeigt sich hier durch eine steigende Anzahl an direkten Markensuchen statt generischen Kategorie-Suchen; der Aufwand ist gering, da bestehende Tracking-Daten genutzt werden.
- Integration von GEO in die Gesamtstrategie. Implementieren Sie gezielte Maßnahmen zur Optimierung für generative Engines, um in den KI-Antworten präsent zu sein. Dies messen Sie an der Häufigkeit der Nennung Ihrer Marke in AI Overviews oder ChatGPT; der Aufwand ist moderat, erfordert jedoch Fachwissen aus dem GEO Blackbook.
- Budget-Umschichtung Richtung Awareness. Priorisieren Sie Budgets für Kanäle, die emotionale Bindung und Bekanntheit schaffen, anstatt nur auf Performance-Marketing zu setzen. Die Wirkung zeigt sich langfristig in einer höheren Konversionsrate bei den verbleibenden Klicks aus der KI-Suche; der Aufwand ist hoch, da es eine strategische Budgetumverteilung erfordert.
- Entwicklung emotionaler Marken-Assets. Schaffen Sie unverwechselbare Identifikationsmerkmale (z. B. Maskottchen oder starke Botschafter), die eine kognitive Pause beim Nutzer auslösen. Erfolg ist hier qualitativ durch Marktforschung und Brand-Lift-Studien messbar; der Aufwand ist hoch und erfordert kreative Ressourcen.
Für Onlineshops
Konzentrieren Sie sich auf die Differenzierung gegenüber Store-Brands und günstigeren Alternativen, da KI-Nutzer verstärkt preissensibel reagieren. Investieren Sie in die Kommunikation Ihres Unique Selling Points, damit die KI diese spezifischen Vorteile in den Vergleichen hervorhebt.
Für Dienstleister mit langen Sales-Cycles
Nutzen Sie die Zeitspanne der Recherchephase. Da Kunden länger vergleichen, müssen Sie an mehreren Kontaktpunkten präsent sein, bevor die finale KI-Abfrage erfolgt.
Wer hier nichts unternimmt, riskiert, in der generativen Suche lediglich als austauschbare Option unter vielen aufgeführt zu werden, ohne dass der Nutzer einen Grund hat, die eigene Marke gegenüber günstigeren Alternativen zu bevorzugen.
Experten-Meinung
Die aktuelle Tendenz zeigt, dass technische SEO-Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen. Andrew Frank von Gartner ordnet ein, dass KI Marken vulnerabler macht, weshalb Investitionen in die Marke die „kognitiven Winkel“ absichern können. Es geht nicht mehr nur darum, gefunden zu werden, sondern im Moment der KI-Empfehlung eine Präferenz auszulösen. Strategen müssen daher verstehen, dass die Performance in der generativen Suche direkt mit der Markenstärke korreliert. Die Empfehlung lautet: Kombinieren Sie GEO-Efforts mit Maßnahmen zur Steigerung der Favorisierung, um eine nachhaltige Sichtbarkeit zu gewährleisten.
Daten und Zahlen
Die Verschiebung der Budgets ist in den IAB-Zahlen deutlich sichtbar, wo die Wachstumsschätzungen der US-Werbeausgaben von 9,5% auf 12,3% angehoben wurden. Dies unterstreicht die finanzielle Priorisierung des Upper Funnels. Die Relevanz ist hoch, da 61% der befragten Konsumenten KI bereits aktiv für Kaufentscheidungen nutzen. Dass 44% der Einkäufer die Anpassung an diese Gewohnheiten als größte Herausforderung sehen, belegt den strategischen Druck auf Marketingverantwortliche, ihre Sichtbarkeit jenseits klassischer Suchergebnisse neu zu definieren.
Befragungsergebnisse zu KI-Nutzung und Herausforderungen
Ausblick
In diesem Jahr wird die Trennung zwischen reinem Performance-Marketing und Markenaufbau weiter aufweichen. Wir erwarten, dass Unternehmen verstärkt ganzheitliche Planungen für Brand Awareness und Consideration einführen. Die technische Optimierung für KI-Suche wird zum Standard-Hygienefaktor, während der eigentliche Wettbewerbsvorteil über die emotionale Bindung und die Markenstärke im Vorfeld der Suche entschieden wird. Die Priorität liegt nun auf der Verzahnung von GEO und Media-Budget.