Veröffentlicht: 2026-07-08
Autor: Berndt Schwanenmeisterja | Seoholics
Lesezeit: 2 min

Was ist passiert?

Eine aktuelle Studie von Ahrefs zeigt, dass Selbstwerbung in KI-Suchergebnissen kurzfristig funktionieren kann, insbesondere für neue Marken. Allerdings führt eine Nennung in einer KI-Antwort nicht automatisch zu einer Empfehlung der eigenen Marke – oft werden stattdessen Konkurrenten empfohlen.

Die Fakten

  • Temporäre Wirkung: Selbstwerbende Inhalte führten bei einer neuen Konferenzmarke (Ahrefs Evolve) dazu, dass 72 von zuvor leeren “Slots” in KI-Antworten gefüllt wurden.
  • Unterschiedliche Ergebnisse: Während Ahrefs Evolve von der Selbstwerbung profitierte, hatte diese kaum Auswirkungen auf die Sichtbarkeit des etablierten Tools Ahrefs Brand Radar.
  • Citation ≠ Empfehlung: 43% der KI-Antworten zitierten eine Seite, die Ahrefs Evolve bewarb, erwähnten die Konferenz aber nicht in der eigentlichen Empfehlung.
  • Flicker-Effekt: Etwa ein Viertel der Zitationen tauchte nur einmalig auf und verschwand dann wieder. Selbst wiederkehrende Zitationen waren oft nicht konstant.
  • Domain-Autorität hilft nicht dauerhaft: Seiten auf der eigenen Domain (ahrefs.com) wurden zwar tendenziell länger zitiert, zeigten aber dennoch häufig den gleichen temporären Effekt.

Was bedeutet das für Dich?

Wenn Du eine neue Marke aufbauen möchtest, kann die Erstellung von selbstwerbenden Inhalten (Listicles, Reviews) die Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen erhöhen. Konzentriere Dich dabei auf Bereiche, in denen die KI noch keine klaren Empfehlungen ausspricht.

  1. Identifiziere relevante Keywords: Nutze KI-Keyword-Recherche, um Suchanfragen zu finden, bei denen Deine Marke noch nicht prominent vertreten ist.
  2. Erstelle hochwertige Inhalte: Produziere Listicles, Vergleiche oder informative Artikel, die Deine Marke in relevanten Kategorien positionieren.
  3. Monitoring & Analyse: Überwache die Performance der Inhalte mithilfe von Tools wie Ahrefs Brand Radar, um temporäre Effekte zu erkennen und die Strategie anzupassen.
  4. Erwarte keine Wunder: Die reine Nennung in einer KI-Antwort garantiert keine Empfehlung. Fokussiere Dich weiterhin auf den Aufbau von Markenvertrauen und Autorität.

Experten-Meinung

Die Studie bestätigt, dass KI-Systeme durch selbstwerbende Inhalte beeinflusst werden können, jedoch nicht automatisch eine Empfehlung der eigenen Marke folgt. Es ist entscheidend, die KI-Algorithmen nicht als “einfachen” Ranking-Faktor zu betrachten. Die KI zieht Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen und trifft eine eigene Entscheidung, welche Marke sie letztendlich empfiehlt.

Daten und Zahlen

Die Untersuchung analysierte 9.886 Antworten von ChatGPT, Gemini, Perplexity und Copilot. Der Zeitraum der Datenerhebung erstreckte sich von Februar bis Mai 2026. Copilot zeigte die höchste Anzahl an Erwähnungen von Ahrefs Evolve, mit einem Anstieg von 0% auf 65% innerhalb von drei Monaten.

Ausblick

KI-Suchmaschinen entwickeln sich rasant weiter. Es ist wahrscheinlich, dass die Algorithmen in Zukunft noch stärker darauf ausgelegt sein werden, selbstwerbende Inhalte zu erkennen und zu bewerten. Die reine Platzierung in Listicles wird wahrscheinlich nicht mehr ausreichen, um eine Empfehlung zu erzielen. Der Fokus sollte stattdessen auf qualitativ hochwertigen Inhalten liegen, die einen echten Mehrwert bieten und das Vertrauen der Nutzer gewinnen. Eine interessante Überlegung ist auch die Automatisierung von SEO-Prozessen, aber auch hier gilt: Automatisches SEO sollte strategisch und datengetrieben angegangen werden.

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