Veröffentlicht: 2026-10-10
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Google hat ein neues Reporting für die multimodale Web-Search-Performance in der Search Console eingeführt. Webseitenbetreiber können nun analysieren, wie ihre Inhalte bei visuellen Suchanfragen ausgespielt werden. Die Daten fließen sowohl in den allgemeinen Performance-Bericht als auch in den Bericht für Generative AI Features ein.
Die Fakten
Die Aktualisierung umfasst folgende Kernpunkte:
- Das Reporting erfasst Suchanfragen, die über Bilder gestartet wurden, beispielsweise mittels Smartphone-Kameras.
- Einbezogen sind Daten aus Google Lens, der Android-Funktion Circle to Search sowie Bild-Uploads in der Google-Suche.
- Die Funktion „Bild suchen“ über den Rechtsklick in Chrome ist ebenfalls Teil der Datenerfassung.
- Ein neuer Filter für den multimodalen Suchtyp ermöglicht die gezielte Segmentierung dieser Daten in den Performance-Berichten.
- Die Daten können über die Export-Funktion für externe Analysen heruntergeladen werden.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Funktion betrifft alle Website-Betreiber, deren Inhalte visuell auffindbar sind oder die eine Strategie für visuelle Suche verfolgen. Wer ausschließlich auf Text-Content setzt und keine optimierten Bilder bereitstellt, wird in diesem Bericht keine Daten finden.
Für Content-Produzenten und Redaktionen
- Aktivieren Sie den neuen Filter für den multimodalen Suchtyp in der Search Console. Ein Erfolg zeigt sich, wenn spezifische Bildquellen eine steigende Anzahl an Impressionen generieren. Der Aufwand ist gering, da nur ein Filter gesetzt werden muss.
- Analysieren Sie, welche visuellen Elemente über Google Lens oder Circle to Search gefunden werden. Die Wirkung ist erkennbar, wenn Sie Korrelationen zwischen Bildmotiven und Nutzerintentionen feststellen. Der Aufwand ist moderat, da eine manuelle Auswertung der Export-Daten nötig ist.
- Passen Sie die Bildoptimierung basierend auf den identifizierten multimodalen Suchbegriffen an. Eine Verbesserung zeigt sich durch eine höhere Klickrate bei visuellen Anfragen. Der Aufwand ist hoch, da Bilder ggf. neu erstellt oder Alt-Texte präzisiert werden müssen.
Für E-Commerce-Betreiber
- Prüfen Sie die Performance von Produktbildern im Vergleich zu Lifestyle-Aufnahmen. Ein Erfolg ist erreicht, wenn klar wird, welche Bildart die Conversion über die visuelle Suche steigert. Der Aufwand ist moderat.
- Überprüfen Sie die Integration der Bilder in den Generative AI Features Bericht. Die Wirkung zeigt sich durch eine Präsenz der Produkte in KI-generierten Antworten bei visuellen Suchen. Der Aufwand ist gering.
- Optimieren Sie die Bildqualität und die Kontextinformationen rund um die Produktfotos. Die Wirkung wird durch eine Zunahme der Impressionen in den multimodal-spezifischen Berichten messbar. Der Aufwand ist hoch, da dies oft eine Anpassung des Foto-Workflows erfordert.
Wenn Sie diese Daten ignorieren, bleiben die Treiber hinter Ihrem visuellen Traffic eine Blackbox. Sie überlassen die Sichtbarkeit in Lens und Circle to Search dem Zufall, ohne zu wissen, welche visuellen Trigger bei Ihrer Zielgruppe funktionieren.
Experten-Meinung
Die Einführung dieses Reportings ist kein Algorithmus-Update, sondern eine Erweiterung der Messbarkeit. Es wiederholt das Muster, das Google bereits bei der Einführung von Search Console Filtern für andere Suchtypen verfolgt hat. Neu ist die explizite Zusammenführung von Lens, Circle to Search und Chrome-Rechtsklick-Daten.
„Das neue Reporting hilft dabei, die Performance in der modernen Suchlandschaft besser zu verstehen und visuelle Inhalte zu optimieren“
, so die Position von Google. Aus Sicht der Analyse bedeutet dies, dass visuelle Signale nun erstmals quantifizierbar werden, anstatt nur als allgemeiner Bild-Traffic in den Statistiken zu erscheinen.
Daten und Zahlen
Der Quelltext enthält keine spezifischen statistischen Werte zu Klickraten oder Traffic-Steigerungen. Die Einführung erfolgt global ab dem 24. September 2026. Die Verfügbarkeit der Metriken ist an die Bedingung geknüpft, dass die entsprechende Website tatsächlich Traffic aus diesen spezifischen multimodalen Abfragen erhält. Es handelt sich somit um eine bedingte Datenbereitstellung, die je nach Sichtbarkeit der visuellen Inhalte variiert.
Ausblick
Die Integration der multimodalen Daten ist der erste Schritt zur vollständigen Transparenz visueller Suchwege. Es ist zu erwarten, dass Google die Verknüpfung zwischen visuellen Impressionen und tatsächlichen Conversions in der Search Console weiter verfeinert. SEOs müssen ihre Strategien von einer rein textbasierten Keyword-Optimierung hin zu einer kontextuellen Bild-Optimierung erweitern, um in den Generative AI Features und visuellen Suchoberflächen präsent zu bleiben.