Veröffentlicht: 2026-09-20
Autor: Jule | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Google testet ein neues Vergütungsmodell für Publisher, deren Inhalte maßgeblich zu KI-Antworten beitragen. Gleichzeitig wurden die Hürden für Search-Profile gesenkt und Cloudflare ermöglicht nun eine präzisere Trennung zwischen KI-Training und Suchmaschinen-Indexierung. Zudem räumt Google ein, dass das Reporting für KI-Positionen in der Search Console derzeit unzureichend ist.
Follower-Anforderung für Search-Profiles
Die Hürde für die Erstellung von Suchprofilen wurde gesenkt.
Die Fakten
- Payment-Pilot: Google testet Zahlungen für Websites, deren Inhalte in Gemini, AI Overviews und dem AI Mode signifikant zur Antwortbeigabe beitragen. Reine Faktenchecks oder nachträgliche Ergänzungen werden nicht vergütet.
- Search-Profiles: Die Anforderung für die Erstellung von Suchprofilen wurde auf 10.000 Follower (YouTube, Instagram, X oder TikTok) gesenkt. Dies ist derzeit nur in den USA verfügbar.
- Cloudflare-Update: Eine neue Funktion „Disallow AI Training“ erlaubt es, KI-Training via robots.txt zu untersagen, während der Crawling-Zugriff für Googlebot, Applebot und Bingbot für die Suche erhalten bleibt.
- Reporting-Probleme: John Mueller bestätigt, dass herkömmliche Positionsdaten (1 bis 10) auf KI-Ergebnisse schwer anwendbar sind. Impressionen werden gezählt, sobald das Feature erscheint, unabhängig vom Nutzer-Scrollverhalten.
- Transparenz-Lücke: Die Auszahlungen im Payment-Pilot werden in der Search Console angezeigt, jedoch ohne detaillierten Nachweis, worauf sich die Summen basieren.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Entwicklungen betreffen vor allem Publisher mit hohem Content-Volumen und Marken mit starker Social-Media-Präsenz. Wer keine eigenen Inhalte produziert oder keine signifikante Social-Following-Strategie verfolgt, kann diese Updates ignorieren.
Für Publisher und Content-Strategen
- Überprüfung der KI-Training-Einstellungen: Prüfen Sie diese Woche Ihre Cloudflare-Einstellungen. Stellen Sie von einem generellen Block auf „Disallow AI Training“ um, sofern Sie Sichtbarkeit in der Suche behalten, aber Ihr geistiges Eigentum nicht für das Training von LLMs opfern wollen. Ein Erfolg ist hier die Beibehaltung der Indexierung bei gleichzeitigem Ausschluss aus den Trainings-Datenstöcken. Der Aufwand ist gering.
- Monitoring der Search Console auf Payment-Optionen: Beobachten Sie dieses Quartal Ihr Search Console Panel auf Einladungen zum Pilotprojekt. Achten Sie darauf, ob Ihre Inhalte „signifikant“ beitragen, da reine Fakten-Verifizierungen nicht bezahlt werden. Ein Erfolg ist die Aktivierung des Earnings-Panels. Der Aufwand ist minimal, erfordert aber strategische Entscheidung bei der Vertragsannahme.
- Anpassung der KPI-Messung für KI-Sichtbarkeit: Stellen Sie für dieses Jahr die Erwartung an präzise Positionsdaten für AI Overviews ein. Definieren Sie stattdessen Impressionen als primäre Kennzahl für die generative Suche, da Google präzise Positionen innerhalb der KI-Blöcke nicht ausgeben kann. Ein Erfolg ist ein neues, realistisches Reporting-Framework. Der Aufwand ist mittel.
Für Social-Media- und Brand-Manager (USA-Fokus)
- Beantragung des Search-Profiles: Prüfen Sie, ob Ihre Kanäle die neue Grenze von 10.000 Followern erreicht haben. Beantragen Sie das Profil, um die Sichtbarkeit in Discover zu erhöhen. Ein Erfolg ist die aktive Anzeige des Profils in den Suchergebnissen. Der Aufwand ist gering.
Wer diese Anpassungen ignoriert, riskiert entweder den Verlust von Traffic durch zu strikte Bot-Blockaden oder verschenkt potenzielle Monetarisierungschancen und Sichtbarkeit in neuen Google-Formaten.
Experten-Meinung
Die aktuelle Entwicklung zeigt eine paradoxe Richtung: Während Google einerseits versucht, Publisher durch finanzielle Anreize an das KI-Ökosystem zu binden, bleibt die technische Transparenz eine „Black Box“. Dass selbst John Mueller zugibt, dass das traditionelle Positionsmodell bei KI-Ergebnissen versagt, ist ein Eingeständnis des strategischen Umbruchs. Die Trennung von Indexierung und Training durch Cloudflare ist die derzeit wichtigste Hebelwirkung für Markeninhaber, um die Kontrolle über ihre Daten zurückzugewinnen, ohne die digitale Sichtbarkeit durch ein vollständiges Blockieren der Crawler zu opfern.
Daten und Zahlen
Die Hürden für Search-Profiles wurden massiv gesenkt: Von ursprünglich 100.000 Followern auf YouTube, Instagram oder X (und 300.000 auf TikTok) im Juni, über 35.000 im August, auf nunmehr 10.000 Follower. Diese drei verschiedenen Schwellenwerte wurden innerhalb von 15 Wochen implementiert. In Bezug auf das Reporting ist festzuhalten, dass das weltweite Rollout der generativen KI-Berichte am 31. August erfolgte, jedoch ohne die Bereitstellung von konkreten Positionsdaten für die Links innerhalb der AI-Blöcke.
Ausblick
Kurzfristig ist mit weiteren Transparenz-Tools von Google im Bereich Google-Extended zu rechnen, die eine URL-basierte Steuerung ermöglichen. Langfristig wird Microsoft voraussichtlich bis Anfang 2027 eine Unterstützung für no-training-Präferenzen in der robots.txt einführen. Die entscheidende Frage bleibt, ob das Payment-Modell aus dem Pilotstadium in eine skalierbare Lösung übergeht oder ob die geringe Transparenz der Auszahlungen zu Konflikten mit großen Publishern führt.