Veröffentlicht: 2026-10-09
Autor: Jule | Seoholics
Lesezeit: 4 min

Was ist passiert?

Nick Fox, Senior Vice President Knowledge Information bei Google, hat in einem Interview die Auswirkungen des Digital Markets Act (DMA) in Europa kritisiert. Er behauptet, dass die regulatorischen Anforderungen die Suchqualität in Europa massiv verschlechtert haben. Gleichzeitig weist er die These des „Zero-Click“-Trends bei AI Overviews zurück und betont, dass Nutzer weiterhin häufig auf externe Webseiten klicken.

Was zu tun ist
  1. Audit der Sichtbarkeit in Europa durchführen.
  2. Strategie für Generative Search anpassen.
  3. Diversifizierung der Traffic-Quellen forcieren.

Die Fakten

  • Qualitätsverlust durch DMA: Google hat in den letzten fünf Jahren hunderte Änderungen an der Suche in Europa vorgenommen, was laut Fox zu einer deutlich schlechteren Nutzererfahrung im Vergleich zum Rest der Welt führt.
  • Funktionsverlust: Konkret entfielen in Europa Features wie die direkte Anzeige von Produktpreisen, direkte Klicks zu Google Maps für Routen sowie Datumsfilter bei Hotels und Echtzeitpreise bei Flügen.
  • Schwächung des Spam-Schutzes: Fox gibt zu, dass Google gezwungen wurde, Anti-Spam-Schutzmaßnahmen in Europa zu reduzieren, was insbesondere die Sichtbarkeit von „SEO-Parasiten“ (Reputationsmissbrauch) erhöhen könnte.
  • Rechtlicher Widerstand: Am 29. September 2026 legte Google Rekurs gegen die Pflicht ein, Suchdaten bis Januar 2027 an Wettbewerber weiterzugeben, da dies den Datenschutz gefährde.
  • Position zu AI Overviews: Fox bestreitet Studien über sinkende Klickraten durch generative Antworten und behauptet, dass Nutzer aufgrund komplexerer Suchanfragen weiterhin intensiv klicken.

Was bedeutet das für Dich?

Diese Entwicklungen betreffen primär Marketingverantwortliche und Entscheider von Informationsseiten, Vergleichsportalen und E-Commerce-Plattformen im europäischen Raum. Wer auf organischen Traffic aus der Google-Suche angewiesen ist, muss seine Strategie anpassen. Für Unternehmen, die keine Suchmaschinen-Sichtbarkeit benötigen oder ausschließlich über Paid Ads steuern, haben diese Aussagen kaum unmittelbare Konsequenzen.

  1. Audit der Sichtbarkeit in Europa durchführen. Prüfen Sie, ob Ihre Inhalte in europäischen Suchergebnissen durch minderwertige „Parasiten-Seiten“ verdrängt werden, da der Spam-Schutz laut Google geschwächt wurde. Ein Erfolg ist sichtbar, wenn Sie trotz steigender Konkurrenz durch minderwertige Inhalte Ihre Top-Positionen halten oder durch gezielte Qualitätssteigerung zurückgewinnen. Der Aufwand ist moderat und sollte diese Woche erfolgen.
  2. Strategie für Generative Search anpassen. Setzen Sie auf tiefergehende, komplexe Inhalte, da laut Fox einfache Fragen nicht mehr zu Klicks führen, aber vertiefende Suchen zunehmen. Erfolg messen Sie an der Conversion-Rate der Nutzer, die über AI Overviews kommen, statt nur an der reinen Klickzahl. Dies ist ein strategisches Projekt für dieses Quartal mit hohem Aufwand. Nutzen Sie hierfür Ansätze aus dem GEO Blackbook, um die Sichtbarkeit in KI-Antworten zu optimieren.
  3. Diversifizierung der Traffic-Quellen forcieren. Verlassen Sie sich nicht allein auf die organische Suche, da regulatorische Eingriffe (DMA) und KI-Integrationen die Klickpfade unvorhersehbar machen. Erfolg ist erreicht, wenn die Abhängigkeit von Google-Klicks prozentual sinkt, während der Gesamtumsatz stabil bleibt. Dies ist eine Priorität für dieses Jahr mit sehr hohem strategischem Aufwand.

Für Onlineshops

Besonders kritisch ist der Wegfall von Preis- und Filter-Features in der Suche. Sie müssen sicherstellen, dass Ihre Produktdatenstrukturen perfekt implementiert sind, um den Verlust an Google-eigenen Komfortfunktionen durch maximale Klarheit in den organischen Snippets auszugleichen.

Für Informationsseiten

Die Aussage von Fox zu den komplexeren Suchanfragen bedeutet, dass kurze „Answer-Box-Inhalte“ entwertet werden. Investieren Sie in Experten-Content, der über die einfache Antwort hinausgeht und den Nutzer zum Klicken zwingt.

Wer jetzt nichts unternimmt, riskiert, durch minderwertige SEO-Parasiten verdrängt zu werden oder durch die generative Suche unsichtbar zu werden, während die Klickraten für einfache Antworten gegen Null sinken.

Experten-Meinung

Die Aussagen von Nick Fox sind strategisch einzuordnen: Google positioniert sich als Opfer der EU-Regulierung, um Qualitätsverluste zu rechtfertigen. Dass Fox die „Death of the Web“-Theorie und Zero-Click-Studien ohne eigene Zahlen bestreitet, ist wenig hilfreich für Publisher.

„Die internen Daten von Google widersprechen oft den Beobachtungen der Branche“

. Für Entscheider bedeutet dies: Vertrauen Sie nicht auf die Behauptung, dass Nutzer „immer noch viel klicken“, sondern analysieren Sie Ihre eigenen Search-Console-Daten auf Veränderungen im Klickverhalten bei AI-generierten Antworten.

Daten und Zahlen

Google hat laut Nick Fox hunderte Modifikationen an der europäischen Suche vorgenommen. Die rechtlichen Fristen sind eng gesetzt: Der Rekurs gegen die Datenweitergabe vom 29. September 2026 zielt auf die Deadline im Januar 2027 ab, während Android-Änderungen bis Juli 2027 umgesetzt werden müssten. Das finanzielle Risiko ist massiv: Verstöße gegen den DMA können Bußgelder von 10 % des weltweiten Jahresumsatzes nach sich ziehen, bei Wiederholung sind es 20 %, ergänzt durch tägliche Zwangsgelder von bis zu 5 % des durchschnittlichen Tagesumsatzes.

Ausblick

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob der Rekurs von Google gegen die Datenweitergabe Erfolg hat. Marketingverantwortliche müssen beobachten, ob die angekündigte Schwächung des Spam-Schutzes in Europa tatsächlich zu einer Flut von minderwertigen Inhalten führt. Parallel wird Google die AI Overviews weiter ausrollen, was den Druck auf die Content-Strategie erhöht: Weg von der einfachen Antwort, hin zum umfassenden Experten-Wissen.

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