Google Search URLs: Rankingfaktor, Bindestriche vs. Unterstriche und Emojis

Veröffentlicht: 2026-10-14
Autor: Marcel Christen | Seoholics
Lesezeit: 3 min

Was ist passiert?

Google hat mit der Videoreihe „The Non-Canonical Cabinet“ neue technische Details zur Verarbeitung von URLs veröffentlicht. Gary Illyes und Cherry Prommawin erläutern darin, wie die Suchmaschine Adressen auswertet. Dabei wird klargestellt, dass Keywords in der URL nur eine minimale Rolle für die Platzierung in den Suchergebnissen spielen.

Die Fakten

  • Keywords in der URL oder im Domainnamen stellen ein extrem schwaches Signal für das Ranking dar.
  • Google empfiehlt die Nutzung von Bindestrichen anstelle von Unterstrichen zur Trennung von Wörtern im URL-Pfad.
  • Die Suchmaschine ist in der Lage, systematisches Spamming durch übermäßige Keyword-Wiederholungen in der URL zu erkennen.
  • Emojis in URL-Pfaden führen zu einer sogenannten Prozent-Kodierung, was die technische Handhabung erschwert.
  • Internationale Domains nutzen Punycode, weshalb diese oft mit der Zeichenfolge „xn--“ beginnen und dies kein Tippfehler ist.

Was bedeutet das für Dich?

Diese Informationen betreffen alle Website-Betreiber, die ihre URL-Struktur planen oder optimieren möchten. Wer bereits eine funktionierende Seite hat, muss keine Änderungen vornehmen. Diese Nachricht betrifft ausdrücklich nicht Personen, die nur Inhalte schreiben, aber keinen Zugriff auf die technischen Einstellungen der Adresse haben.

Für kleine Websites

  1. Wählen Sie für neue Unterseiten kurze und sprechende URLs mit Bindestrichen. Sie erkennen den Erfolg an einer besseren Lesbarkeit in den Suchergebnissen. Der Aufwand ist gering, da dies beim Erstellen der Seite geschieht.
  2. Vermeiden Sie das Einfügen von Emojis in die URL. Man erkennt das Problem an kryptischen Zeichenketten in der Adresszeile des Browsers. Der Aufwand ist minimal, da man auf die Nutzung verzichtet.
  3. Lassen Sie bestehende URLs unangetastet, auch wenn dort Unterstriche verwendet wurden. Ein Erfolg zeigt sich hier durch stabile Rankings ohne Ausfallzeiten. Der Aufwand ist gleich null, da keine Aktion erfolgt.

Für Onlineshops

  1. Prüfen Sie bei der Anlage neuer Produktkategorien, dass keine Keyword-Listen in der URL stehen. Ein Erfolg ist das Ausbleiben von Spam-Markierungen durch Google. Der Aufwand ist gering, erfordert aber Disziplin bei der Benennung.
  2. Nutzen Sie zur Trennung von Produktmerkmalen in der URL konsequent den Bindestrich. Dies wirkt sich positiv auf die technische Interpretation der Wortgrenzen aus. Der Aufwand ist mittel, falls die Shop-Software die URLs automatisch generiert.
  3. Verzichten Sie auf die Änderung bestehender Produkt-URLs nur zum Zweck der SEO-Optimierung. Man erkennt den Erfolg an der Vermeidung von Fehlern durch falsch gesetzte Weiterleitungen. Der Aufwand ist gering, da man auf riskante Änderungen verzichtet.

Wenn Sie nichts unternehmen, passiert in den meisten Fällen nichts Negatives. Wer jedoch URLs massiv mit Keywords überlädt, riskiert eine Einstufung als Spam.

Experten-Meinung

Die Aussagen von Gary Illyes bestätigen eine langjährige Beobachtung im technischen SEO. Die URL war früher ein starker Hebel für die Relevanz. Heute ist die Indexierung, also die Aufnahme einer Seite in den Google-Index, der entscheidende Moment. Sobald die Seite im Index ist, sinkt die Bedeutung der URL-Keywords weiter. Es ist ein technischer Fehler, URLs für SEO-Zwecke zu ändern, wenn die Seite bereits rankt. Das Risiko eines Ranking-Verlusts durch eine neue URL ist weitaus höher als der Gewinn durch ein optimiertes Keyword in der Adresse.

Daten und Zahlen

Die aktuelle Analyse liefert keine statistischen Prozentwerte, sondern qualitative technische Richtlinien. Ein zentraler Punkt ist die Einordnung der Keywords in der URL als „incredibly small signal“. Das bedeutet, dass die Gewichtung im Vergleich zu anderen Faktoren wie Content-Qualität oder Backlinks fast vernachlässigbar ist. Die technische Empfehlung für Bindestriche bleibt bestehen, auch wenn die Gewichtung der Keywords selbst minimal ist. Es geht hier primär um die korrekte Trennung von Begriffen für den Crawler.

Ausblick

Google wird in der Reihe „The Non-Canonical Cabinet“ vermutlich weitere technische Details zu der Indexierung preisgeben. Es ist zu erwarten, dass die Suchmaschine die Bedeutung von rein strukturellen Elementen weiter reduziert. Der Fokus verschiebt sich immer mehr hin zur tatsächlichen Nutzererfahrung auf der Seite. Technisches SEO wird sich daher weniger auf die Benennung von Dateien konzentrieren und mehr auf die Performance und die semantische Struktur der Inhalte.

Verwandte Artikel