Veröffentlicht: 2026-08-27
Autor: Marcel Christen | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Google führt in den Suchergebnissen eine neue Art der Verlinkung ein. Statt direkt auf die Zielseite zu leiten, nutzt Google eine Zwischenseite über google.com/goto. Diese Technik dient als Filter zwischen dem Nutzer und der eigentlichen Website.
Rollout-Quote der Passthrough-URLs
Der Anteil bei verschiedenen privaten Internetanbietern ist bereits fast vollständig erreicht.
Die Fakten
- Google testet die sogenannte Passthrough-URL, eine URL, die den Nutzer erst über einen Google-Server leitet, bevor die Zielseite lädt.
- Die Umsetzung begann laut Beobachtungen bereits im Juli 2026.
- Diese goto-Parameter ersetzen die klassischen Client-Side-Links, also Links, die direkt im Browsercode der Suchergebnisseite stehen.
- Experten berichten von einem Rollout, der bei verschiedenen privaten Internetanbietern bereits fast 100 Prozent erreicht hat.
- Ziel der Maßnahme ist die Abwehr von Scraping, also dem automatisierten Auslesen von Inhalten durch Drittanbieter oder KI-Unternehmen.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Änderung betrifft primär Betreiber von Analyse-Tools und Entwickler von KI-Bots. Normale Shop-Betreiber und Redakteure, die ihre Seiten über das Google-CMS oder Standard-Plugins pflegen, spüren im Alltag keinen direkten Effekt. Wer jedoch eigene Skripte zur Überwachung der Suchrankings nutzt, muss handeln.
Für kleine Websites und Redaktionen
- Prüfen Sie Ihre Klick-Daten in der Google Search Console. Vergleichen Sie die Klicks der Search Console mit den Zugriffen in Ihrem Analyse-Tool. Wenn die Differenz stabil bleibt, funktioniert die Weiterleitung korrekt. Der Aufwand ist gering und dauert wenige Minuten.
- Überwachen Sie die Referrer-Daten in Ihrem Analyse-Tool. Der Referrer ist die Seite, von der ein Nutzer kommt. Achten Sie darauf, ob Besuche plötzlich über google.com/goto statt direkt über google.com gelistet werden. Ein Fehler wäre hier ein Verlust der Herkunftsdaten, was die Analyse erschwert. Der Aufwand ist gering.
Für Onlineshops und Technik-Spezialisten
- Analysieren Sie Ihre Server-Logs auf ungewöhnliche Redirect-Ketten. Ein Redirect ist eine automatische Weiterleitung vom Server. Prüfen Sie, ob die Anfragen über die neue Google-Struktur eintreffen und wie hoch die Ladezeit ist. Ein Fehler könnte eine erhöhte Latenz sein, welche die Conversion-Rate senkt. Der Aufwand ist mittel.
- Passen Sie automatisierte Monitoring-Tools an, falls Sie SERPs auslesen. SERPs sind die Suchergebnisseiten von Google. Sie müssen nun die Server-Seitige-Weiterleitung folgen, statt nur den Link im HTML zu kopieren. Dies ist sehr aufwendig, da jede URL einzeln aufgelöst werden muss.
- Testen Sie die Erreichbarkeit Ihrer URLs über verschiedene IP-Adressen. Nutzen Sie hierfür VPN-Dienste, um verschiedene Standorte zu simulieren. So erkennen Sie, ob die goto-URLs konsistent für alle Nutzer erscheinen. Ein Fehler wäre eine inkonsistente Nutzererfahrung je nach Region. Der Aufwand ist mittel.
Wenn Sie nichts unternehmen, riskieren Sie bei automatisierten Tools einen Totalausfall der Datenerfassung. Die Links lassen sich nicht mehr einfach dekodieren.
Experten-Meinung
Die Einführung der goto-URLs ist ein strategischer Schritt zum Schutz des Google-Index. Google schützt damit seine wertvollste Ressource vor dem ungefilterten Abzug durch KI-Firmen. Derek Perkins von Nozzle betont, dass die Links nicht dekodiert werden können. Das bedeutet, dass Bot-Betreiber jeden Link einzeln aufrufen müssen. Dies macht das Massen-Auslesen von Suchergebnissen extrem rechenintensiv und langsam. Es ist eine technische Barriere, die den wirtschaftlichen Aufwand für Scraping-Anbieter massiv erhöht.
Daten und Zahlen
Der Rollout der neuen Technik ist bereits weit fortgeschritten. Bei verschiedenen privaten Internetanbietern liegt die Quote laut Beobachtungen bei fast 100 Prozent. Die Tests für dieses System laufen bereits seit etwa 4 Monaten. Diese Zeitspanne zeigt, dass Google die Stabilität der Weiterleitungen gründlich geprüft hat, bevor die breite Masse der Nutzer betroffen war.
Ausblick
Es ist zu erwarten, dass Google diese Methode dauerhaft etabliert. Die Firma wird vermutlich weitere Hürden einbauen, um das Folgen der Redirect-Links für Bots zu erschweren. Wir werden sehen, ob Drittanbieter neue Wege finden, diese Filter zu umgehen. Für die meisten Website-Betreiber bleibt die Priorität jedoch die Optimierung der Inhalte, da die technische Weiterleitung vollständig von Google gesteuert wird.