Veröffentlicht: 2026-06-28
Autor: Berndt Schwanenmeisterja | Seoholics
Lesezeit: 3 min

Was ist passiert?

Die Werbebranche diskutiert auf dem Cannes Lions Festival intensiv über KI-Agenten im Medienhandel. Der Fokus liegt darauf, ob sich der Hype in tatsächliche Einnahmen für Publisher umwandeln kann und wer in einer KI-gesteuerten Welt für das Open Web bezahlen wird.

Die Fakten

  • ROI-Fokus: Laut Josh Stinchcomb (Wall Street Journal) hat sich die KI-Diskussion von Experimenten hin zu messbarem ROI verschoben. Der neue Schwerpunkt liegt auf der Auffindbarkeit von Inhalten durch KI-Agenten und Chatbots.
  • Agentic Buying: WPP hat bereits einen Video-Buying-Agenten vorgestellt, aber Publisher zeigen sich skeptisch und prüfen, welche Holding Companies über funktionierende technische Lösungen und Budgets verfügen.
  • Gebührenstruktur: Publisher befürchten, dass „agentic“ zu einer neuen Gebührenschicht für Vermittler wird. Ein Manager eines globalen Verlags schätzt, dass diese „Token Fees“ pro Impression oder Transaktion sich schnell zu beträchtlichen Summen summieren können.
  • Datenkontrolle: Die Frage, wer die Daten und die Infrastruktur zwischen Käufern und Publishern kontrolliert, steht im Mittelpunkt. Publisher wollen sicherstellen, dass sie nicht erneut in einem intransparenten System landen.
  • Daten-Walled Gardens: Die Integration von LiveRamp in Publicis wird kritisch gesehen, da sie die Gefahr birgt, dass sich Agenturen zu abgeschotteten Ökosystemen entwickeln und den Zugang zum Open Internet einschränken.

Was bedeutet das für Dich?

  1. Agentic Trading bewerten: Prüfe aktiv, welche Agenturen tatsächlich funktionierende agentic Trading-Lösungen anbieten und nicht nur Konzepte verkaufen.
  2. Datenstrategie definieren: Überlege, wie Du Deine Daten optimal für agentic Buying aufbereiten und bereitstellen kannst.
  3. Transparenz fordern: Fordere von Agenturen und Technologieanbietern volle Transparenz über die Gebührenstruktur und den Datenfluss.
  4. KI-Sichtbarkeit optimieren: Bereite Deine Website auf die Suche durch KI-Agenten vor, um sicherzustellen, dass Deine Inhalte gefunden werden. Lies dazu unseren Artikel KI-Sichtbarkeit optimieren: Vorbereitung auf Agenten-Suche.
  5. AI-Strategie entwickeln: Entwickle eine klare Strategie, wie Du KI in Deinen Workflows integrieren kannst, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

Experten-Meinung

Die Diskussion in Cannes zeigt deutlich, dass Publisher nicht länger bereit sind, passiv zuzusehen, wie die Regeln für den digitalen Werbemarkt geschrieben werden. Sie fordern eine aktive Rolle bei der Gestaltung der agentic Trading-Standards und wollen sicherstellen, dass sie fair an den Einnahmen beteiligt werden.

Daten und Zahlen

Ein Manager eines großen Verlags schätzt, dass traditionelle Vermittler bis zu 50% des Werbebudgets aus dem digitalen Handel abschöpfen können. Venture-Capital-Finanzierungen von Scraping-Unternehmen erreichen Summen von mehreren hundert Millionen Dollar, was die wirtschaftliche Bedeutung der Nutzung von Inhalten durch KI unterstreicht. Yahoo COO Matt Sanchez betont, dass Standards wie AdCP und MCP an Bedeutung gewinnen, um agentic Workflows zu ermöglichen.

Ausblick

Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob sich der Hype um KI-Agenten in tatsächliche Umsätze für Publisher umwandeln kann. Die Diskussionen in Cannes zeigen, dass Publisher entschlossen sind, ihre Interessen zu vertreten und sicherzustellen, dass sie nicht erneut in einem intransparenten System landen. Die Entwicklung von Standards wie AdCP und MCP wird dabei eine Schlüsselrolle spielen. Es wird sich zeigen, ob sich die Hoffnung auf eine direktere Verbindung zwischen Käufern und Publishern erfüllt und ob sich eine faire Vergütung für Inhalte in einer KI-gesteuerten Welt etabliert. Die Anpassung an die Veränderungen, die durch KI-Agenten für SEO mit sich bringen, wird dabei essenziell sein.

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