Veröffentlicht: 2026-10-11
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 4 min
Google hat am 18. August 2026 ein weiteres Spam-Update veröffentlicht. Dieses Update fungiert als Patch, um manipulative Taktiken zu unterbinden, die das Core-Ranking-System umgehen, insbesondere im Hinblick auf die Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchoberflächen wie AI Overviews oder ChatGPT.
Was ist passiert?
Zwischen dem 18. August und dem 21. August 2026 hat Google ein Spam-Update ausgerollt. Das Update zielte auf die systematische Missbrauch von Inhalten ab, wobei insbesondere die Kombination aus programmatisch erzeugten Seiten und KI-generierten Texten im Fokus stand. Betroffene Seiten verloren ihre Platzierungen nicht nur in der klassischen Suche, sondern auch in KI-Modi und AI Overviews.
KI-Wahrscheinlichkeit betroffener Seiten
Dieser Wert wurde insbesondere in YMYL-Nischen und aggressiven Affiliate-Setups beobachtet.
Die Fakten
- Der Rollout startete am 18. August 2026 und wurde am 21. August 2026 um 4:51 Uhr ET abgeschlossen.
- Das Update richtete sich gegen Content-Spam, nicht gegen Link-Spam; Letzterer wird über separate Updates gesteuert.
- Zentrale Zielscheiben waren Verstöße gegen die Richtlinien zu „Scaled Content Abuse“, „Thin Affiliation“, „Doorway Abuse“, Scraping und User-Generated Spam.
- Die Auswirkungen erstrecken sich über verschiedene Oberflächen, was bedeutet, dass betroffene Seiten auch aus KI-gestützten Antworten (z. B. via Google-Grounding in ChatGPT) verschwinden.
- Die Analyse von vier anonymisierten Fallbeispielen zeigt, dass insbesondere YMYL-Nischen und aggressive Affiliate-Setups mit hoher KI-Wahrscheinlichkeit (oft 97% oder höher) betroffen waren.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Nachricht betrifft alle Betreiber von Websites, die programmatische Content-Strategien nutzen oder KI-Texte in großem Umfang skalieren. Wer rein manuellen, hochwertigen Content erstellt und keine automatisierten Masseenseiten betreibt, ist von diesem spezifischen Update nicht betroffen.
Für Betreiber von Content- und Affiliate-Seiten
- Überprüfen Sie alle programmatisch erstellten Kategorien und Produktseiten auf einen tatsächlichen Mehrwert gegenüber den Originalquellen. Ein Erfolg ist messbar, wenn die Indexierungsrate stabil bleibt oder steigt, während die Absprungrate sinkt. Der Aufwand ist hoch, da dies eine manuelle Prüfung der Seitenstruktur erfordert.
- Analysieren Sie KI-generierte Textblöcke, insbesondere am Ende von Seiten, auf Informationsgehalt und entfernen Sie redundante „Filler-Texte“. Die Wirkung zeigt sich in einer Verbesserung der Rankings für spezifische Longtail-Queries. Der Aufwand ist mittel, sofern Tools zur Identifikation von KI-Content genutzt werden.
- Prüfen Sie die Nutzerführung und entfernen Sie aggressive Werbeelemente oder irreführende Redirects, die die User Experience beeinträchtigen. Man erkennt die Wirkung an einer steigung der Verweildauer in den Search Console Daten. Der Aufwand ist gering, da dies technische Anpassungen im Template betreffen.
Für große Portale mit UGC und automatisierten Sektionen
- Trennen Sie qualitativ hochwertige, von Menschen erstellte Inhalte (UGC) strikt von programmatischen Sektionen, um eine potenzielle Domain-weite Abstrafung zu verhindern. Ein Erfolg ist sichtbar, wenn die Sichtbarkeit der manuellen Sektionen trotz Schwankungen in den automatisierten Bereichen stabil bleibt. Der Aufwand ist hoch, da dies Architekturänderungen erfordert.
- Entfernen Sie Seiten, die lediglich Informationen spiegeln, die an jeder anderen Stelle im Web zu finden sind, ohne eigene Daten oder Analysen hinzuzufügen. Die Wirkung misst man an einer geringeren Anzahl an indexierten, aber qualitativ hochwertigeren URLs. Der Aufwand ist mittel bis hoch, abhängig von der Anzahl der URLs.
Wenn Sie keine Maßnahmen ergreifen, bleibt das Risiko einer dauerhaften Abwertung der gesamten Domain bestehen, da Spam-Updates ähnlich wie Broad Core Updates auf Site-Ebene wirken können.
Experten-Meinung
Die Beobachtungen bestätigen ein bekanntes Muster: Google reagiert auf die „Mt. AI“-Problematik, also die massenhafte Produktion von KI-Inhalten. Es ist kein neues Phänomen, sondern eine Fortsetzung der Strategie, die bereits während der Panda-Updates (2011-2014) bei Affiliate-Seiten angewandt wurde. Das Neue ist die Geschwindigkeit und die Integration in KI-Suchoberflächen. Wer heute versucht, Sichtbarkeit in AI Overviews durch skalierte, minderwertige Inhalte zu erzwingen, ignoriert die grundlegende Funktionsweise der Qualitätsfilter. Für tiefergehende Einblicke in reale Szenarien lohnen sich Case Studies zu Ranking-Schwankungen.
Daten und Zahlen
Die Schwere der Treffer variiert je nach Strategie. In einem YMYL-Fall führte das Update zum vollständigen Verlust von Platzierungen für über 200.000 Queries. Ein Affiliate-Projekt mit programmatischen Amazon-Daten verlor über 14.000 Queries. In einem weiteren Fall waren 85% der indexierten Seiten programmatisch erstellt, was bei einer Gesamtanzahl von über 1,5 Millionen indexierten URLs ein signifikantes Risiko für „Scaled Content Abuse“ darstellt. Ein aggressives System skalierte auf über 250.000 URLs, bevor es durch das Update sank. KI-Wahrscheinlichkeiten von 97% oder mehr korrelierten hierbei mit den Abstürzen.
Ausblick
Die Zeitspanne zwischen den Spam-Updates verkürzt sich. Die schnelle Rollout-Dauer von etwas mehr als zwei Tagen zeigt, dass Google präventive Filter schärft. Es ist davon auszugehen, dass die Erkennung von programmatischem Content in Kombination mit KI-Texten präziser wird. Die Wiederherstellung ist möglich, erfordert aber eine grundlegende Änderung der Content-Strategie über mehrere Monate hinweg, bis Google die dauerhafte Entfernung des Spams registriert.