Veröffentlicht: 2026-08-27
Autor: Marcel Christen | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Das Medienunternehmen USA Today Co. passt seine Website-Struktur strategisch an. Das Ziel ist eine bessere Lesbarkeit für Künstliche Intelligenz. Dadurch möchte das Unternehmen mehr Lizenzverträge mit KI-Anbietern abschließen und die Sichtbarkeit in KI-Antwortmaschinen erhöhen.
blockierte selbstidentifizierte KI-Bots
USA Today Co. nutzt diese Maßnahme, um den Wert der eigenen Daten zu schützen.
Die Fakten
- USA Today Co. testet neue Formate wie Markdown, um Inhalte maschinenlesbarer zu machen. Markdown ist eine einfache Auszeichnungssprache, die Text strukturiert, ohne komplexen HTML-Code zu nutzen.
- Das Unternehmen verfolgt eine GEO-Strategie. GEO steht für Generative Engine Optimization und beschreibt die Optimierung von Inhalten für generative KI-Systeme.
- Um den Wert der eigenen Daten zu schützen, blockiert USA Today Co. etwa 99% der selbstidentifizierten KI-Bots.
- Die Strategie umfasst die Analyse von Inhaltsmodulen. Das Unternehmen prüft, ob Guides oder modulare Geschichten besser von Crawlern erkannt werden als Einzelartikel. Ein Crawler ist ein Programm, das Webseiten automatisch scannt und indexiert.
- Die Sichtbarkeit in KI-Systemen soll auch als Verkaufsargument für Werbekunden genutzt werden. Das betrifft insbesondere gesponserte Inhalte, die für LLMs sichtbar gemacht werden sollen. LLMs sind Large Language Models, also große Sprachmodelle wie GPT-4.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Entwicklung betrifft primär große Publisher und Betreiber von Nischenseiten mit exklusiven Daten. Wenn Deine Inhalte einen hohen Eigenwert haben, werden KI-Firmen diese zukünftig gezielter lizenzieren wollen. Kleine Informationsseiten ohne Alleinstellungsmerkmal sind von dieser spezifischen Lizenzstrategie nicht betroffen.
Für große Informationsportale
- Prüfe Deine aktuelle Indexierungsstrategie in der robots.txt. Die robots.txt ist eine Textdatei, die Bots sagt, welche Bereiche einer Seite sie besuchen dürfen. Du erkennst den Erfolg daran, dass unerwünschte Scraper weniger Last auf Deinem Server verursachen. Der Aufwand ist gering und dauert wenige Minuten.
- Experimentiere mit der Bereitstellung von Inhalten in Markdown oder vereinfachten Formaten. Erstelle parallele Versionen Deiner wichtigsten Artikel, die nur die Kernfakten ohne Design-Elemente enthalten. Du siehst die Wirkung an einer höheren Zitationsrate in KI-Overviews. Der Aufwand ist hoch, da technische Anpassungen am CMS nötig sind.
- Analysiere Deine Inhalte auf modulare Strukturen. Wandle lange Fließtexte in klar definierte Module wie Listen oder Tabellen um. Du erkennst den Erfolg, wenn KI-Bots Deine Daten präziser in Antworten übernehmen. Der Aufwand ist mittel, da redaktionelle Anpassungen erforderlich sind.
- Implementiere eine strikte Whitelist für KI-Bots. Eine Whitelist ist eine Liste mit zugelassenen Adressen, während alle anderen blockiert werden. Du erkennst die Wirkung an einer kontrollierten Zunahme von Referral-Traffic aus erlaubten KI-Quellen. Der Aufwand ist gering.
Für Onlineshops
Hier liegt der Fokus weniger auf Lizenzen als auf der Auffindbarkeit. Optimiere Produktbeschreibungen so, dass sie als klare Fakten-Module erkennbar sind. Nutze strukturierte Daten, damit KI-Systeme Preise und Verfügbarkeiten ohne Fehlinterpretationen auslesen können.
Wenn Du nichts unternimmst, riskierst Du, dass Deine Inhalte ungefragt kopiert werden. Gleichzeitig verpasst Du die Chance, durch bessere Maschinelles-Lesen-Formate als vertrauenswürdige Quelle in KI-Antworten zu erscheinen.
Experten-Meinung
Die Strategie von USA Today zeigt einen Paradigmenwechsel. Inhalte werden nicht mehr nur für Menschen geschrieben. Laut Ameet Shah von Prohaska Consulting ist dies eine Investition, die sich vor allem für Publisher mit nationalen und lokalen News lohnt. Die Umstellung auf maschinenlesbare Formate ist ein strategischer Schritt. Es geht darum, die Kontrolle über die eigene Datenquelle zurückzugewinnen. Wer seine Inhalte für LLMs optimiert, schafft eine neue Währung in der digitalen Welt. Die Sichtbarkeit in KI-Systemen wird zum Qualitätsmerkmal für Werbekunden und Lizenznehmer.
Daten und Zahlen
Die technische Umsetzung ist bereits sehr strikt. USA Today Co. blockiert aktuell etwa 99% der KI-Bots, die sich selbst identifizieren. Dies zeigt, dass die offene Bereitstellung von Daten ohne Vertrag nicht mehr gewünscht ist. Das Unternehmen beobachtet dabei genau die Impressions und den Referral-Traffic. Die Analyse konzentriert sich auf die Google AI Overviews. Hier wird geprüft, welche spezifischen Formate am häufigsten zitiert werden. Die Optimierung erfolgt kontinuierlich und wird laut CEO Mike Reed stündlich vorangetrieben.
Anteil blockierter gegenüber zugelassener Bots bei USA Today Co.
Ausblick
Die Optimierung für KI-Antwortmaschinen wird zum Standard bei Website-Redesigns. In Zukunft werden wir vermehrt agent-readable Versionen von Seiten sehen. Das sind Versionen, die speziell für KI-Agenten optimiert sind. Die Grenze zwischen klassischem SEO und GEO wird verschwimmen. Publisher werden verstärkt versuchen, gesponserte Inhalte direkt in die Antworten von KI-Systemen zu integrieren. Dies wird die Art und Weise, wie Marken ihre Botschaften in der KI-Suche platzieren, grundlegend verändern.