Zukunft des Fernsehens: Wo sind all die Cord-Cutter geblieben?

Veröffentlicht: 2026-09-14
Autor: Marcel Christen | Seoholics
Lesezeit: 3 min

Was ist passiert?

Das Nutzerverhalten bei Fernsehabonnements in den USA wandelt sich. Viele Kunden kündigen zwar ihre klassischen Kabelanschlüsse, wechseln aber nicht vollständig zum Streaming. Stattdessen nutzen sie neue Paketlösungen der Anbieter oder Streaming-Dienste mit traditionellen Inhalten. Das klassische „Cord-Cutting“ verliert dadurch an Dynamik.

30 %

US-Haushalte mit ausschließlich Streaming-Diensten

Dies belegt den Wandel im Nutzerverhalten und die Entwicklung des US-Fernsehmarktes.

Die Fakten

Die aktuelle Entwicklung im US-Fernsehmarkt lässt sich in fünf Kernpunkten zusammenfassen:

  • Über 30% der US-Haushalte nutzen ausschließlich Streaming-Dienste.
  • Die Verluste bei den Pay-TV-Abonnenten verlangsamen sich bei großen Anbietern.
  • Anbieter wie Charter bremsen die Abwanderung durch Bundles. Das sind Paketangebote, die Streaming-Dienste wie Paramount+ oder Peacock in den Kabelvertrag integrieren.
  • 72% der Nutzer, die ihr Kabelfernsehen kündigen, besitzen bereits vorher Streaming-Abos.
  • 31% dieser Nutzer schließen innerhalb des ersten Monats nach der Kündigung einen neuen Streaming-Vertrag ab.

Was bedeutet das für Dich?

Diese Entwicklung betrifft vor allem Betreiber von Content-Plattformen und E-Commerce-Unternehmen im Medienbereich. Wer digitale Inhalte vertreibt oder Werbung schaltet, muss verstehen, dass Nutzer nicht mehr zwischen „Kabel“ oder „Streaming“ wählen. Sie suchen die Bequemlichkeit eines Pakets. Wer nur auf eine einzige Plattform setzt, ignoriert die hybride Realität der Nutzer.

Für Content-Redaktionen

  1. Prüfen Sie die Distribution Ihrer Inhalte über verschiedene Plattformen. Sie müssen prüfen, ob Ihre Videos sowohl in klassischen Playern als auch in Streaming-Apps funktionieren. Das erkennen Sie an einer gleichbleibend hohen View-Rate über alle Kanäle. Der Aufwand ist mittel, da technische Anpassungen am Player nötig sind.
  2. Optimieren Sie die Metadaten für verschiedene Suchlogiken. Nutzer suchen in Streaming-Apps anders als in Webbrowsern. Eine Steigerung der organischen Klicks in App-Stores zeigt den Erfolg. Dieser Prozess ist zeitaufwendig, da jede Plattform eigene Anforderungen hat.
  3. Analysieren Sie die Nutzerbindung durch Paket-Angebote. Prüfen Sie, ob Ihre Inhalte Teil von Bundles sind. Eine stabilere Abonnentenzahl über das Quartal beweist die Wirkung. Der Aufwand ist gering, da es primär um vertragliche Prüfungen geht.

Für Onlineshops und Marketer

  1. Passen Sie Ihr Werbebudget an die steigende Werbelast in Streaming-Apps an. Die Werbezeit pro Stunde steigt, was die Aufmerksamkeit pro Spot senkt. Ein sinkender Cost-per-Acquisition bei gleichbleibendem Budget signalisiert Erfolg. Der Aufwand ist gering, da nur die Budgetverteilung geändert wird.
  2. Setzen Sie auf plattformübergreifendes Tracking. Nutzer wechseln zwischen App und Browser. Eine präzise Attribution, also die Zuordnung eines Kaufs zum Werbekanal, zeigt Ihnen die Wirkung. Der Aufwand ist hoch, da technische Schnittstellen implementiert werden müssen.
  3. Testen Sie Kooperationen mit Nischen-Streamern. Viele Nutzer suchen gezielt nach traditionellen Programmen in neuen Formaten. Eine Erhöhung der Conversion-Rate bei spezifischen Zielgruppen belegt den Erfolg. Der Aufwand ist mittel.

Wenn Sie nichts unternehmen, riskieren Sie, Ihre Zielgruppe zu verlieren. Nutzer wandern dorthin, wo Inhalte einfach und gebündelt verfügbar sind.

Experten-Meinung

Der Trend zeigt eine Rückkehr zur Paketstruktur. Früher war das Kabelfernsehen das Paket. Jetzt werden Streaming-Dienste zu den neuen Bausteinen dieses Pakets. Nutzer wollen keine zehn verschiedenen Abrechnungen mehr. Sie wünschen sich eine einfache Preisgestaltung. Die Tatsache, dass Paramount+ und Peacock gewinnen, liegt an Live-Sport und Nachrichten. Diese Inhalte binden Nutzer emotional an traditionelle Formate, auch wenn die technische Auslieferung modern ist. Das klassische Cord-Cutting war eine technische Revolution. Jetzt folgt die kommerzielle Konsolidierung.

Daten und Zahlen

Die Zahlen belegen die Verlangsamung des Marktwandels. Während 31% der Cord-Cutter sofort neue Dienste buchen, bleibt die Basis der traditionellen Haushalte stabil. Interessant ist die Werbedynamik: Die Minuten an Werbung pro Stunde in großen Streaming-Diensten stiegen dieses Jahr um 18%. Zudem zeigt die Plattform YouTube eine Änderung bei der Sichtbarkeit. Die neuen öffentlichen Viewcounts liegen um 40% höher als in der vorherigen Version. Dies geschah, weil YouTube die Schwelle für das Zählen eines Aufrufs gesenkt hat.

Nutzerverhalten USA

Streaming-Nutzung und Cord-Cutting

Nur Streaming
30 %
Kündiger mit Abo
72 %
Sofort-Neuabschluss
31 %

Ausblick

Die Grenzen zwischen Pay-TV und Streaming verschwinden weiter. Wir werden mehr Anbieter sehen, die als Aggregatoren auftreten. Das bedeutet, dass eine Firma die Abrechnung für viele Dienste übernimmt. Für Marketer wird die Platzierung in diesen Bundles entscheidend. Die Werbedruck-Steigerung von 18% wird vermutlich weiter anhalten. Die Nutzer werden dies akzeptieren, solange der Zugang zu den Inhalten einfach bleibt.

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