Google könnte beim Blockieren von Scrapern und Tracking-Tools erfolgreicher werden

Veröffentlicht: 2026-09-19
Autor: Thomas Hintz | Seoholics
Lesezeit: 3 min

Was ist passiert?

Google hat die Mechanismen zur Blockierung von Scrapern und Tracking-Tools verschärft. Seit etwa dem 13. September werden automatisierte Abfragen von Suchergebnissen verstärkt unterbunden. Dies betrifft sowohl KI-basierte Scraper als auch etablierte SEO-Tools, die Daten über Drittanbieter beziehen.

−80 %

erfolgreich abgegriffene Daten aus der Google Suche

Ein Anwender von Nozzle berichtet von diesem Rückgang aufgrund verschärfter Blockierungen von Scrapern.

Die Fakten

  • Ein Anwender von Nozzle berichtet von einem Rückgang der erfolgreich abgegriffenen Daten aus der Google Suche um 80%.
  • Sistrix bestätigte am 16. September 2026 auf der Statusseite, dass die Datenerfassung aufgrund von Änderungen in der Auslieferung der Suchergebnisse mit reduzierter Rate läuft.
  • Die Beobachtungen fallen zeitlich mit Updates am 4., 12. und 15. September zusammen.
  • Vergleiche von Glenn Gabe zeigen, dass Tools unterschiedlich auf die Änderungen reagieren: Ahrefs und Semrush erkannten eine Ranking-Erholung einer Seite, während Sistrix diese nicht registrierte.
  • Die Maßnahmen sind Teil einer über ein Jahr andauernden Strategie von Google, die Auslieferung der Suchergebnisse kontinuierlich zu verändern.

Was bedeutet das für Dich?

Diese Entwicklung betrifft alle SEOs und Agenturen, die sich bei der Analyse von Sichtbarkeitsverläufen und Ranking-Tracking auf Drittanbieter-Tools verlassen. Sie betrifft nicht die tatsächliche Indexierung oder das Ranking deiner Webseiten, sondern ausschließlich die Messbarkeit dieser Daten durch externe Software.

  1. Validierung von Ranking-Einbrüchen durch Search Console: Vergleiche alle in SEO-Tools gemeldeten Positionsverluste mit den Klicks und Impressionen in der Google Search Console. Ein Erfolg liegt vor, wenn die Search Console stabile Werte zeigt, während das Tool einen Absturz meldet. Der Aufwand ist gering, da nur ein Abgleich zweier Dashboards nötig ist.
  2. Diversifizierung der Tracking-Quellen: Nutze zwei verschiedene Tool-Anbieter, um Datenlücken zu identifizieren. Du erkennst die Wirkung an einer Diskrepanz zwischen den Tools, was auf Blockaden bei einem der Anbieter hindeutet. Der Aufwand ist moderat, da zusätzliche Lizenzen oder Testaccounts erforderlich sind.
  3. Kritische Analyse von Sichtbarkeits-Charts: Hinterfrage plötzliche Datenabfälle in den Tools, bevor operative Maßnahmen an der Website eingeleitet werden. Du erkennst dies daran, dass der Traffic in den Server-Logs stabil bleibt, während das Tool einen Rückgang anzeigt. Der Aufwand ist gering, erfordert aber eine Änderung der Routine bei der Berichterstellung.

Für Agenturen

Kommuniziere gegenüber Kunden transparent, dass Tool-Daten derzeit eine höhere Fehlerquote aufweisen können. Dokumentiere Abweichungen zwischen Tool-Reporting und Search Console, um Fehlinterpretationen von Ranking-Schwankungen zu vermeiden.

Für kleine Websites

Verlasse dich primär auf die Google Search Console, da diese Daten direkt von der Quelle stammen und nicht durch Scraping-Blockaden beeinflusst werden. Die Nutzung kostenpflichtiger Tracking-Tools ist aktuell mit einem höheren Risiko für Fehlinterpretationen verbunden.

Wenn keine Validierung der Daten erfolgt, riskierst du unnötige Optimierungsmaßnahmen an Seiten, die in der Realität gar keine Positionsverluste erlitten haben.

Experten-Meinung

Die aktuelle Situation ist kein isoliertes Ereignis, sondern die Fortsetzung eines bekannten Musters. Google erschwert seit über einem Jahr systematisch den Zugriff für nicht-menschliche Nutzer. Steve Paine von Sistrix bestätigt, dass Google die Auslieferung der Suchergebnisse derzeit in einem sehr hohen Tempo ändert. Es handelt sich um ein technologisches Wettrüsten zwischen Google und den Tool-Anbietern.

Google is blocking scrapers in new ways again

, stellt Glenn Gabe fest. Es ist davon auszugehen, dass Tool-Anbieter ihre Prozesse anpassen, die Datenqualität in den Übergangsphasen jedoch instabil bleibt.

Daten und Zahlen

Die Auswirkungen der Blockaden variieren je nach Anbieter. Ein Nutzer meldet einen Rückgang der verfügbaren Daten um 80%. In Praxistests wurde eine Seite beobachtet, die fast 100% ihrer Sichtbarkeit verlor und dann wieder vollständig regenerierte. Während Ahrefs und Semrush diese Erholung erfassten, blieb Sistrix blind für diesen Vorgang. Diese Differenzen belegen, dass die Blockaden nicht alle Scraper gleichermaßen treffen, sondern die Datenerfassung selektiv stören.

Rückgang verfügbarer Daten

Auswirkungen der Google-Blockaden auf die Datenerfassung

Nozzle-Nutzer
80 %
Beobachtete Seite
100 %

Ausblick

Die Tool-Anbieter werden ihre Scraping-Methoden anpassen, um die Blockaden zu umgehen. Es ist zu erwarten, dass Google jedoch weitere Mechanismen zur Verifizierung menschlichen Verhaltens einführt. SEOs sollten sich darauf einstellen, dass die Zeitspanne zwischen einer Ranking-Änderung und deren Sichtbarkeit in Drittanbieter-Tools zunehmen wird. Die Abhängigkeit von First-Party-Daten aus der Search Console wird dadurch steigen.

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