Veröffentlicht: 2026-10-18
Autor: Marcel Christen | Seoholics
Lesezeit: 3 min
Was ist passiert?
Google hat am 16. Oktober die Anleitung zur Genehmigung der Indexing API aus der offiziellen Dokumentation entfernt. Diese Schnittstelle ermöglicht es Entwicklern, Google direkt über neue oder aktualisierte Inhalte zu informieren. Bisher mussten Nutzer ein Formular ausfüllen, um die Nutzung über ein Testkontingent hinaus zu beantragen.
- Prüfen Sie Ihr aktuelles Kontingent in der Google API Console.
- Überwachen Sie die Fehlerraten Ihrer API-Aufrufe.
- Setzen Sie auf eine redundante Indexierung via Sitemap.
Die Fakten
- Google hat am 16. Oktober das Genehmigungsformular und die dazugehörigen Schritte aus den Dokumenten gelöscht.
- Die API ist weiterhin auf Seiten mit JobPosting (Stellenanzeigen) oder BroadcastEvent (Live-Übertragungen) in einem VideoObject beschränkt.
- Das tägliche Standardlimit liegt bei 200 Anfragen für die Veröffentlichung, was sowohl Aktualisierungen als auch Löschungen umfasst.
- Pro Minute sind 180 Metadaten-Anfragen und insgesamt 380 Anfragen über alle Endpunkte zulässig.
- Der Google-Job-Posting-Guide vom 8. September empfiehlt die Indexing API weiterhin gegenüber Sitemaps für einzelne Stellenanzeigen.
Was bedeutet das für Dich?
Diese Änderung betrifft primär Betreiber von Stellenbörsen und Plattformen für Live-Events. Wer normale Blog-Artikel oder Shop-Produkte indexieren möchte, ist von dieser API ohnehin ausgeschlossen. Wer jedoch legitime Job- oder Event-Daten nutzt, steht vor einer ungewissen Situation.
Für Betreiber von Jobbörsen und Event-Seiten
- Prüfen Sie Ihr aktuelles Kontingent in der Google API Console. Die Console ist die technische Verwaltungsoberfläche für Google-Schnittstellen. Sie erkennen den Erfolg daran, dass Sie die exakten verbleibenden Anfragen für Ihren Tag sehen. Der Aufwand ist gering und dauert wenige Minuten.
- Überwachen Sie die Fehlerraten Ihrer API-Aufrufe. Achten Sie auf Fehlermeldungen, die auf ein erschöpftes Kontingent hinweisen. Wenn die Fehler aufhören und Inhalte schneller indexiert werden, funktioniert die API ohne explizite Genehmigung. Der Aufwand ist mittel, da ein Monitoring-Tool nötig ist.
- Setzen Sie auf eine redundante Indexierung via Sitemap. Eine Sitemap ist eine XML-Datei, die Google eine Liste aller wichtigen URLs Ihrer Website liefert. Sie erkennen die Wirkung daran, dass URLs trotz API-Problemen im Google Search Console Bericht als „indexiert“ erscheinen. Der Aufwand ist gering, da Sitemaps meist automatisch generiert werden.
Ein Fehler bei der Umsetzung ist die Nutzung mehrerer Accounts, um die Limits zu umgehen. Google verbietet dies ausdrücklich in den Richtlinien. Solche Versuche können zur Sperrung des gesamten Projekts führen.
Wenn Sie nichts unternehmen und sich nur auf die API verlassen, riskieren Sie Datenverluste im Index. Sollte das Standardlimit nicht ausreichen und kein Weg zur Erhöhung existieren, bleiben neue Stellenanzeigen unsichtbar.
Experten-Meinung
Die Entfernung des Formulars wirkt widersprüchlich. Einerseits empfiehlt Google die API für Job-URLs weiterhin. Andererseits fehlt nun der Weg, um höhere Limits zu beantragen. Es ist unklar, ob Google die Genehmigungspflicht komplett abgeschafft hat oder den Prozess intern automatisiert. Betroffene Nutzer berichteten bereits im September, dass sie monatelang auf Antworten zu ihren Anträgen warten mussten. Die aktuelle Dokumentation gibt keinerlei Auskunft darüber, was mit bereits eingereichten Anträgen passiert. Dies schafft eine technische Unsicherheit für professionelle Anbieter.
Daten und Zahlen
Die technischen Limits bleiben trotz der Dokumentationsänderung bestehen. Ein Projekt erhält täglich 200 Anfragen für Veröffentlichungen. Die zeitliche Grenze liegt bei 380 Gesamtanfragen pro Minute. Davon entfallen maximal 180 auf reine Metadaten-Abfragen. Diese Limits werden täglich um Mitternacht Pacific Time zurückgesetzt. Es gibt derzeit keine Informationen über höhere Kontingente, da die entsprechende Beantragungsseite entfernt wurde.
Anfragen-Limits für die API
Ausblick
Die Entwickler müssen nun die Google API Console und das offizielle Changelog beobachten. Das Changelog ist die Liste aller technischen Änderungen an Google-Produkten. Es ist zu erwarten, dass Google entweder einen neuen, automatisierten Prozess für Quota-Erhöhungen einführt oder die API-Nutzung für alle vollständig liberalisiert. Bis dahin bleibt die Prüfung der eigenen Konsolen-Daten die einzige verlässliche Methode zur Kontrolle der Indexierungs-Kapazität.