Veröffentlicht: 2026-06-30
Autor: Berndt Schwanenmeisterja | Seoholics
Lesezeit: 3 min

Was ist passiert?

Google hat in einem Governance-Papier seine Position zur Nutzung von urheberrechtlich geschützten Inhalten zum Training von KI-Modellen verteidigt und argumentiert, dass dies weiterhin als „Fair Use“ gelten sollte. Gleichzeitig betont Google die Verfügbarkeit von Opt-out-Möglichkeiten und die Bereitschaft zu Kooperationen mit Content-Anbietern.

Die Fakten

  • Fair Use als Grundlage: Google betrachtet das Training von KI-Modellen mit öffentlich zugänglichen Webdaten als „transformative Nutzung“, die unter das Fair Use-Prinzip in den USA fallen sollte.
  • Opt-out-Mechanismen: Google empfiehlt Webseitenbetreibern die Nutzung von maschinenlesbaren Kontrollen wie Google-Extended in der robots.txt-Datei, um das Crawlen und die Nutzung ihrer Inhalte durch KI-Modelle zu unterbinden.
  • Notice-and-Takedown-Verfahren: Bei KI-generierten Inhalten, die bestehende Werke replizieren, setzt Google auf etablierte Notice-and-Takedown-Prozesse, anstatt Filtermechanismen zur Erkennung von Ähnlichkeiten einzusetzen.
  • Kooperationen & Vergütung: Google prüft Partnerschaften mit Webseiten, die aktuelle und präzise Informationen liefern, um die Qualität der KI-Antworten zu verbessern, und bietet Vergütungen für den Zugriff auf spezialisierte, nicht-öffentliche Inhalte.
  • UK-Regulierung: Die Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) im Vereinigten Königreich hat Google verpflichtet, Webseiten die Möglichkeit zu geben, sich von KI-Suchfunktionen abzumelden und Inhalte korrekt zu attribuieren.

Was bedeutet das für Dich?

  1. Robots.txt prüfen: Implementiere Google-Extended in deiner robots.txt-Datei, wenn du nicht möchtest, dass deine Inhalte zum Training von KI-Modellen verwendet werden.
  2. Content-Monitoring: Überwache die KI-generierten Inhalte, die auf deinen Inhalten basieren könnten und nutze Notice-and-Takedown-Verfahren bei Urheberrechtsverletzungen.
  3. Verhandlungsbereitschaft: Sei offen für Kooperationen mit Google, falls du hochwertige, spezialisierte Inhalte besitzt, die für das Training von KI-Modellen relevant sind.
  4. Entwicklung von Strategien: Entwickle eine klare Strategie für den Umgang mit KI-generierten Inhalten und deren potenziellen Auswirkungen auf deine Sichtbarkeit in den Suchergebnissen.
  5. Datenanalyse: Beobachte die Performance deiner Inhalte nach Einführung der neuen Opt-out-Optionen und analysiere mögliche Veränderungen im organischen Traffic.

Experten-Meinung

„Google versucht, einen Mittelweg zu finden, der es ihnen ermöglicht, weiterhin von öffentlich zugänglichen Daten zu profitieren, während sie gleichzeitig den Bedenken der Publisher Rechnung tragen. Die tatsächliche Umsetzung und die Fairness des Systems werden sich jedoch erst in der Praxis zeigen.“

Daten und Zahlen

Die britische CMA hat Google im Juni 2024 eine neue Verhaltenspflicht auferlegt, die Webseiten die Möglichkeit gibt, sich von KI-Suchfunktionen abzumelden. Eine Studie von Digital Content Next zeigt, dass 78% der Publisher eine Zustimmungspflicht für das Crawlen und die Nutzung ihrer Inhalte fordern, anstatt sich auf Opt-out-Mechanismen verlassen zu müssen. Google hat bereits begonnen, einen Opt-out-Toggle zu testen, jedoch fehlen Publishern aktuell noch detaillierte Klickdaten in den Reports, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Ausblick

Die Diskussion um das Training von KI-Modellen und die Rechte der Content-Ersteller wird weitergehen. Es ist zu erwarten, dass Regulierungsbehörden weltweit weitere Maßnahmen ergreifen werden, um einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen von KI-Unternehmen und Publishern zu schaffen. Beobachte die Entwicklungen im Bereich generativer KI für Suchmaschinenoptimierung und passe deine Strategie entsprechend an. Die zukünftige Entwicklung wird maßgeblich davon abhängen, ob Google konkrete Programme und Vergütungsmodelle für die Nutzung von Inhalten einführt, wie sie im Governance-Papier angedeutet werden. Auch die Auswirkungen der neuen KI-Suche auf traditionelles SEO sollten genau beobachtet werden, wie in Google’s neuer KI-Suche diskutiert wird.

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